Hamburger Abendblatt 31.1.04
Schwitzen auf Finnisch, Römisch oder Orientalisch
Die finnische Sauna gilt als Klassiker, wenn es um Wärme, Wohlbefinden und um das Stärken des Immunsystems geht. Doch nicht jeder kann die Hitze (bis 100 Grad) vertragen. Viele Fitnessclubs und Hotels mit Wellnessbereich bieten inzwischen unterschiedlich temperierte Warmräume an.
Im Hotel Intercontinental findet der Wärmebedürftige neben finnischer Holzsauna und Dampfbad (50 Grad warm, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit) beispielsweise ein Tepidarium. Bei einer Raumtemperatur von 30 bis 40 Grad lässt es sich auf warmen Steinliegen lange aushalten, ohne dass der Kreislauf stark belastet wird. In alten römischen Thermen lag das Tepidarium zwischen Kalt- und Schwitzbad.
Wer es etwas wärmer, aber nicht heiß mag, sollte es mit einer Biosauna oder einem Sanarium (bis 60 Grad) ausprobieren. Hier werden gerne Extras geboten, etwa der Duft von ätherischen Ölen oder Lichteffekte in allen Farben. Nach dem Besuch im Warmen sollten Sie sich mit einer kalten Dusche erfrischen. Besonders spaßig sind die Erlebnisduschen. Mit Knopfdruck können ein kräftiger Regenguss eingestellt und verschiedene Aromadüfte aktiviert werden.
Einmal ganz etwas anderes ist der Besuch im türkischen Hamam. Das Bad besteht aus mehreren Warmräumen mit steigender Temperatur von 30 bis 50 Grad. Auf einem so genannten Bauchstein ruht der Badegast und nimmt die Wärme auf. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist angenehm für die Atemwege. Mit Seifenmassagen und Wassergüssen wird der Körper gereinigt und durchblutet, bevor man sich schließlich im Ruheraum erholt.
Auswahl von Saunen und Dampfbädern in Hamburg:
Hotel Intercontinental, Fontenay 10, Tel. 4142-2240, Tageskarte ab 25 Euro, www.hamburg.intercontinental.com
Club Olympus im Park Hyatt Hotel, Bugenhagenstr. 8, Tel. 3332-1736, Tageskarte 30 Euro, www.hamburg.hyatt.com
MeridianSpa Wandsbek, Wandsbeker Zollstr. 87-89, Tel. 658 90, Sauna und Pool ab 15 Euro, www.meridianspa.de
Das Hamam, Feldstr. 39, Tel. 413591-12/-13, nur mit Voranmeldung, Angebote ab 25 Euro, www.das-hamam.de
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Märkische Allgemeine 29.1.04
Der Minister mag den Plan
REYK GRUNOW
RHEINSBERG - Der Rheinsberger Hafendorfplaner Herbert Harm hat für sein Thermalbadprojekt offenbar deutlich bessere Karten als der bisherige Projektentwickler der Stadt Ludwig Lüllepop. Zumindest die Landesregierung scheint die Hafendorf-Therme klar zu bevorzugen.
"Unser Haus hat deutliches Interesse an dem Vorhaben bekundet", heißt es aus der Pressestelle des Wirtschaftsministeriums in Potsdam diplomatisch, aber deutlich. Noch weiter geht Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns selbst. "Mit großem Interesse verfolge ich die Investitionsabsichten Ihrer Gesellschaft, die Sie ... am Standort Rheinsberg vorbereiten und bereits realisieren", heißt es in einem von Junghanns unterzeichneten Schreiben an die Projektgesellschaft Hafendorf. Gemeint ist ausdrücklich das von den Hafendorf-Investoren geplante Fünf-Sterne-Hotel samt Thermalbad und Golfplatz in Rheinsberg. "Letter of Intent" steht in dicken Buchstaben über dem Schreiben von Junghanns - "Absichtserklärung".
Auffallend: Diese Absichtserklärung trägt das Datum vom 25. November. Am selben Tag hat das Landeskabinett die Förderkriterien für eine Therme in Rheinsberg neu definiert und damit de facto das Aus für das Projekt von Ludwig Lüllepop besiegelt.
Junghanns lobt in dem Brief an die Hafendorf-Planer vor allem die geplante Zusammenarbeit mit der international renommierten Ifa Hotel- und Touristik-AG als Investor und Betreiber für das Vorhaben.
Das Land will mehr Wettbewerb
Dass sich "die Ifa Hotel- un d Touristik-AG mit ihrem Gesellschafter Thomas Cook als einem der führenden deutschen Reisekonzerne" in Rheinsberg "erstmals im Reiseland Brandenburg binden" wolle, sei "ein gutes Signal für die verbesserte Wettbewerbssituation", so der Minister.
Genau diese "verbesserte Wettbewerbssituation" könnte der entscheidende Vorteil der Hafendorf-Investoren gegenüber Lüllepop sein. Offiziell hatte das zwar niemand gesagt. Hinter vorgehaltener Hand war jedoch schon vor Monaten aus Potsdam zu hören, dass das Land kein weiteres Bad mit der Kristallthermengruppe fördern will, die Lüllepop nach Rheinsberg holen will. Am 25. November legte die Landesregierung fest, dass in Rheinsberg nur noch eine Therme mit 80 000 Besuchern pro Jahr gefördert werden soll; Lüllepop hatte bis zu 400 000 Besucher geplant.
Auffällig ist, dass das Landeskabinett eben jene Eckwerte für die Förderung in Rheinsberg nent, die die Hafendorf-Bauer für ihr Bad vorgesehen haben. So hatte Architekt Herbert Harm von Anfang an 80 000 Besucher für seine Therme angepeilt, wie er bestätigt: "Von anderen Zahlen war nie die Rede."
Im Wirtschaftsministerium waren die Thermalbad-Daten der Hafendorf-Gesellschaft seit Tagen bekannt, als das Kabinett die Förderkriterien für Rheinsberg so eng festlegte.
Kabinett entschied mit bekannten Zahlen
Für Hafendorf-Planer H erbert Harm ist die offenkundige Sympathie des Ministeriums leicht zu erklären. Schließlich fördere das Land bereits im Hafendorf den Bau eines großen Wellnessbereiches, wie ihn auch Lüllepop in seiner Prinz-Heinrich-Therme vorgesehen hatte. Harm: "Es macht keinen Sinn, so etwas mit Landesgeld gleich zweimal zu bauen." So habe eben das Ministerium den Vorzug einer Kombination von Hafendorf und einer kleinen Therme erkannt. Junghanns bekundet dann auch Interesse "an einer möglichen Verbundlösung ... dieser sehr attraktiven Angebote".
Am Mittwochabend hatte Herbert Harm sein Thermalbad-Projekt dem Rheinsberger Sonderausschuss vorgestellt. Am 4. Februar entscheiden die Stadtverordneten, ob sie weiter mit Ludwig Lüllepop oder mit der Hafendorf-Gesellschaft versuchen wollen, eine Therme zu bauen.
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Sächsische Zeitung 27.1.04
Ein zugkräftiger Name für die Therme in Bad Muskau
Georg Häusler schreibt heute über den künftigen Namen für die Bad-Muskauer Therme.
Wie soll die Therme in Bad Muskau zukünftig heißen? Das ist die Frage, die an der Aushängetafel im Therapeutischen Zentrum Moorbad Bad Muskau gestellt wird. Das mutet wie eine Vision an und verbreitet Hoffnung, dass in diesem Jahr mit dem Bau des Kurmittelhauses auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels Stadt Berlin in Bad Muskau begonnen wird.
Zwei Namen wurden schon vorgeschlagen, nämlich Schlesien-Therme und
Machbuba-Therme. Zwei weitere Vorschläge kamen dazu. Sie heißen Hermann-Therme und Pückler-Therme. Auf jeden Fall sollte der Name der Therme eine enge Beziehung zur Park- und Kurstadt Bad Muskau haben. Der Name muss einprägsam sein, klare Vorstellungen wecken, konkret und werbewirksam sein. Auf weitere Ideen zum Namen der Therme kann man gespannt sein und hoffen, dass sich viele Gedanken darüber machen und sie aufschreiben.
Noch stehen die Gerüste am ehemaligen Drei-Balken-Haus und der große Baukran ragt weithin sichtbar in den Himmel. Der Wunsch bleibt, dass bald mit dem Bau des Kurmittelhauses begonnen wird und die Therme ihr heilsames Wasser spenden kann. Denn damit wäre dann auch der Startschuss für die Gestaltung des Marktplatzes, des Niederländischen Hofes und, und, und ... gegeben.
Vielleicht könnte dann auch wieder der Springbrunnen auf dem Markt sprudeln und darauf hinweisen, dass Wasser Leben bedeutet.
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Thüringer Allgemeine 26.1.04
Ostseebad will Thermen-Klon
BAD SULZA. Die Toskana Therme in der Kurstadt Bad Sulza ist einzigartig. Noch. Denn maßgebliche Entscheidungsträger des Ostseebades Eckernförde planen, genau denselben Bau bei sich zu errichten.
Eine fast 60-köpfige Delegation von Stadträten, Verwaltungsmitarbeitern, Geschäftsleuten und Wirtschaftslenkern der 23 000-Einwohner-Stadt besuchte am Wochenende die Kurstadt und die Therme. Bernd Franke, der Manager der Region K.E.R.N. (Kiel, Eckernförde, Rendsburg, Neumünster) sagte in einem TA-Gespräch: "Wir wollten absichtlich einen möglichst großen Kreis zur Meinungsbildung mit der Therme in Bad Sulza vertraut machen."
Hintergrund: Mit der Carlshöhe in Eckernförde wird ein großes ehemaliges Kasernengelände in eine zivile Nutzung überführt. Und es gibt zwar laut Franke eine ganze Reihe von Wellness-Freunden in der Region, aber wenig Wellness-Angebote. Das Meerwellen-Bad, das in Eckernförde steht, ist ein reines Spaßbad ohne Wellness-Einrichtungen. Auf der Carlshöhe soll nun die Therme kopiert werden. Mit denselben Architekten und mit Klaus-Dieter Böhm und Micky Remann letztlich auch mit denselben Betreibern. Die haben schon zugesagt und Franke hat über eine spezielle Planungsgruppe auch schon Investoren bei der Hand.
Am Freitag machten sich die Gäste aus dem Norden ausgiebig mit der Toskana-Therme vertraut, am Samstag kamen sie in der WFP-Fachschule mit den Betreibern und mit den Bad Sulzaern zusammen. Darunter auch Bürgermeister Johannes Hertwig, der den wissbegierigen Gästen unter anderem erläuterte, welch hohen Anteil das Land am Bau der Toskana Therme hat. Hertwig freut sich über die Außenwirkung, die Bad Sulza und die Therme offensichtlich haben.
Das Ostseebad Eckernförde ist den Menschen im Weimarer Land wohl nur als Urlaubsziel bekannt - und als Herkunftsort des "Kleinen Feiglings". Die Stadt selbst ist heute vom Fremdenverkehr geprägt. Sie war eine wichtige Garnisonsstadt und beherbergte eine Torpedoversuchsanstalt. Noch heute liegt dort eine Flotille der Marine und eine Feldjägereinheit. Klaus JÄGER
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Heilbronner Stimme 26.1.04
Aquatoll behauptet seinen Spitzenplatz
Diese Investition hat sich gelohnt: 5,1 Millionen Euro hat der Eigenbetrieb "Aquatoll" der Stadt Neckarsulm in die Erweiterung der Saunalandschaft investiert. Erstmals überstieg nun im vergangenen Jahr die Besucherzahl die 100 000er-Grenze.
Im April 2002 war die großzügig erweiterte Sauna mit einer Solegrotte aus Naturstein und anderen neuen Attraktionen in Betrieb genommen worden. Wie wichtig diese Investition für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Freizeit- und Erlebnisbades am Wilfenseeweg war, zeigt die Geschäftsentwicklung 2003, die Werkleiter Dr. Klaus-Dieter Roos jetzt im Werksausschuss vorstellte.
Erstmals wurden in einem Jahr mehr als 100 000 Saunakarten verkauft. Im Vergleich zu 85 414 verkauften Saunakarten in 2002 stieg der Verkauf im vergangenen Jahr um 17,8 Prozent auf 100 644 Karten. Diese positive Geschäftsbilanz wird durch einen allgemeinen Besucherrückgang nur gering geschmälert. Die Zahl der Badegäste ging 2003 gegenüber dem Jahr davor zwar um 4,9 Prozent auf 448 899 Besucher zurück.
Werkleiter Dr. Roos zeigt sich aber trotzdem zufrieden: "Wenn man bedenkt, dass die Freizeit- und Bäderindustrie im vergangenen Jahr Einbußen von bis zu 15 Prozent verzeichnete, hat das Aquatoll seinen Spitzenplatz im Freizeitsektor behauptet." Der leichte Besucherrückgang werde unter anderem auch durch einen Trend hin zu höherpreisigen Eintrittskarten ausgeglichen. "Die Erlössituation ist nach wie vor zufriedenstellend", freut sich Roos. Dem Aquatoll machte im vergangenen Jahr vor allem eine andere städtische Freizeiteinrichtung Konkurrenz: Das Ernst-Freyer-Bad im Stadtteil Obereisesheim verzeichnete bei den Besuchern einen Rekordzuwachs von 72,5 Prozent. Bis Ende August nutzten 137 998 Badegäste den heißen Sommer 2003 für einen Besuch im rundum erneuerten Obereisesheimer Freibad, für das Werkleiter Klaus-Dieter Roos ebenfalls zuständig ist. (snp)
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Kieler Nachrichten 26.1.04
Wellnessbad lockt auch im Winter - Sole-Therme Vorbild für Eckernförde?
Eckernförde - Noch ist sie nur ein Projekt, die Therme Carlshöhe. Doch ihr Vorbild in Bad Sulza, die Toskana-Therme, hat sich bereits zum Erfolgsmodell entwickelt. Rund 1000 Gäste pro Tag besuchen die Wellness-Einrichtung der 3200-Seelen-Stadt. Voll positiver Eindrücke kehrte Sonnabendabend eine 50-köpfige Eckernförder Delegation aus Thüringen zurück.
"Das war totale Entspannung, gerade nach der langen Fahrt", schwärmt Bürgervorsteherin Karin Himstedt (CDU) von dem "Liquid-Sound-Tempel". Hier schwebt der Besucher scheinbar schwerelos in warmem Solewasser, während von unten klassische Musik erklingt. Zum Abschluss werden Wal-Gesänge eingespielt. Himstedt: "Man fühlt sich fast wie ein Fisch". Reizvoll für Eckernförde bezeichnet sie das Projekt nicht nur aufgrund konstant hoher Besucherzahlen. Das Konzept wäre für den Norden neu, und die gute Resonanz gerade im Winterhalbjahr verspreche eine Saison-Verlängerung. In Bad Sulza stiegen mit der Toskana-Therme auch die Übernachtungszahlen. "Wenn das wirtschaftliche Konzept tragbar ist, wäre das für Eckernförde eine tolle Sache", ist Himstedt überzeugt.
Vorstellen kann sich auch SPD-Ratsherr Martin Klimach-Dreger ein Solebad für die Ostseestadt. Wichtig wäre seiner Ansicht nach die Kombination mit einer attraktiven Saunalandschaft. Atmosphäre und Architektur stimmten in Bad Sulza, berichtet Klimach-Dreger von der Info-Reise. "Die
Therme kann für Eckernförde eine Bereicherung sein." Beachten müsse man aber auch die Refinanzierung des Projekts. Ein Förderquote von 70 Prozent (wie in Bad Sulza) sei für das Ostseebad nicht erreichbar. 18 Millionen Euro wurden zwischen 1997 und 99 mit hohen Zuschüssen der EU in die Modernisierung des Kur-Komplexes von Bad Sulza gepumpt. Bauherr war die Kurgesellschaft, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, die nach Fertigstellung die Therme an die Stadt übergab. Der Betrieb wurde anschließend an eine Immobilienverwaltung verpachtet. Das Ganze habe nur funktioniert in Kooperation mit dem Betreiber und dem Liquid-Sound-Entwickler Micky Remann, erzählt Bürgermeister
Johannes Hertwig.
Das Konzept ging auf. Zusätzlichen Schub erhielt die Therme als Expo-2000-Projekt. Das Wellness-Bad lockt noch heute Besucher aus einem Umkreis von 150 bis 200 Kilometern an. Jetzt, im Winter, stehen die Ersten schon um 10 Uhr Schlange. Der Pächter bezahlt laut Hertwig in vollem Umfang den Kapitaldienst. "Im Haushalt der Stadt taucht die Therme nicht auf". Sein Fazit: "Wir haben zur richtigen Zeit das Richtige gemacht".
Parallelen zu Eckernförde lassen sich hingegen nicht ohne weiteres ziehen. Die Größe, die Fördermöglichkeit, die Infra-Struktur - vieles unterscheidet sich. "Von der Idee bis zur Realisierung warten noch eine Menge Probleme auf uns", ist sich der rührige Regionalmanager Bernd Franke, der die Fahrt organisiert hatte, sicher. Nächster Schritt ist zunächst der Abschluss der Wertermittlung für die Liegenschaft Carlshöhe durch die Oberfinanzdirektion.
In einem von der Landtagsabgeordneten Ulrike Rodust vermittelten Gespräch im Wirtschaftsministerium hat Minister Bernd Rohwer Kooperation signalisiert. Voraussichtlich Ende Januar/Anfang Februar soll der Preis für die Carlshöhe auf dem Tisch liegen. Dann geht es um Kauf und Finanzierung über die Projektentwickler. Enttäuscht hat Regionalmanager Franke bei der Exkursion nach Bad Sulza nur Eines: "Dass die Politik so schwach vertreten war".
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Tegernsee Zeitung 20.1.04
Themenhotel und Therme anstelle des Kurzentrums ?
CSU und SPD stellen Alternativ-Konzept für Schliersee vor
VON MATTHIAS HOLZAPFEL Schliersee - Einen völlig neuen Weg wollen die Gemeinderäte von CSU und SPD für den Markt Schliersee gehen. Sie schlagen anstelle des Kurzentrums und der angrenzenden Tennisplätze ein Themenhotel der Vier- oder gar Fünf-Sterne-Kategorie sowie eine "hochqualitativ ausgestattete Therme" für die Allgemeinheit vor. Das städtebauliche und touristische Konzept, das den Blick über die Fläche des Kurzentrums hinaus richtet, stellte Jürgen Schwarz bei einer Informations-Veranstaltung im Bauerntheater vor.
In deutlichen Worten führte der Projektentwickler und Architekt des Büros ADS aus Fürstenfeldbruck, der zuvor die Planungen der MedSport Consulting GmbH für das gemeindliche Konzept des Freizeit- und Gesundheitszentrums erstellt hatte, zunächst positive und negative Standortfaktoren für das Kurzentrum vor Augen. Daraus entwickelte er ein städtebauliches Konzept. Es sieht unter anderem eine Umgestaltung der Ortsdurchfahrt, eine Verkehrsberuhigung im Zentrum sowie eine Umgestaltung der Achse Bahnhof-Zentrum und Zentrum-See vor. Entlang einer Achse Zentrum-Seepromenade denkt der Architekt an Raum für die Kurverwaltung, Fremdenverkehrsbüros, einen Fahrradverleih, eine Bücherei, Kioske, ein Veranstaltungsforum sowie eine Kurzparkzone.
Im Mittelpunkt des neuen Bebauungskonzeptes stehen die Therme Schliersee, ein Themenbereich für Körperkultur, für medizinische Therapie und Schönheit sowie für medizinischen Sportbereich und schließlich ein Themenhotel. Dem anschließen sollen sich eine Themengastronomie und eine Seepromenade, die eine qualitative Aufwertung erhalten soll. Die Umsetzung des Vorhabens schlägt Jürgen Schwarz, dessen Planungen CSU und SPD zu finanzieren hatten, in drei Schritten vor.
Das Grundstück solle nicht verkauft werden, sondern im Erbaurecht vergeben werden, betonte die CSU-Vorsitzende Anneliese Reinthaler. Das Konzept hält sie für entwickelbar. Gemeinderat Heiner Oberhorner sagte, dass sich für das gemeindliche Projekt kein Investor habe finden lassen. "Für ein gut geplantes Konzept an diesem Standort gibt es genügend Investoren." Ein Modell ist im Eisenwarengeschäft gegenüber dem Gasthof zur Post ausgestellt.
Lässt Ratsbegehren einen Abriss zu ?
Indessen sieht die Kommunalaufsicht des Landratsamtes Miesbach mit Blick auf das neue Konzept Probleme bei der Fragestellung des Ratsbegehrens ("Sind Sie dafür, dass das bestehende Kurzentrum auf privatwirtschaftlicher Basis, ohne Kosten für die Gemeinde Schliersee, saniert und umgebaut wird ?"), das CSU und SPD initiiert haben. "Nach unserem Dafürhalten schließt die Fragestellung den Abbruch des Kurzentrums aus", sagte Sprecher Walter Schäfer. Dem widerspricht Anneliese Reinthaler. Ein Anwalt habe bei ihr zum Ausdruck gebracht, dass die Fragestellung auch einen Abriss und einen Neubau des Kurzentrums zulasse.
mm
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Süddeutsche Zeitung 20.1.04
Therme Erding kämpft um ihren Ruf
Erding – Die Therme Erding schwelgt in Superlativen. 700 000 Badegäste pro Jahr, größte Glaskuppel Europas, beste Saunalandschaft in Deutschland, Verschmelzung von Südsee und Südbayern – wahrlich eine Sinfonie der Sinne. Allerdings legen manche Gäste die Sinnenfreude großzügiger aus, als es den Betreibern lieb sein kann. Dass nun eine Boulevardzeitung die Therme sowie das Westbad und das Müllersche Volksbad in München mit großen Lettern als Sex-Treffs bloßstellte, ist nicht ganz aus der Luft gegriffen. Zumindest die Therme Erding wird seit Jahren im Internet als Geheimtipp für erotische Tändeleien gehandelt. „Abends in der Therme. Suche Kontakt – entweder nur zum Zuschauen oder auch selber mitmachen, fummeln etc. Bitte meldet Euch!“: So und ähnlich lauten die Botschaften auf einschlägigen Internet-Seiten. Auch Voyeure scheinen auf ihre Kosten zu kommen, wie ein gewisser „Kinky“ glauben macht: „Ich habe vier bis fünf Pärchen beim Sex beobachtet und dann auch selbst Hand angelegt.“ Für Geschäftsführer Uwe Barth ein echtes Ärgernis. Trotzdem: „99,5 Prozent der Gäste sind anständig.“ Auf den Rest werfen die Aufsichtskräfte mittlerweile ein strenges Auge. Wer bei intimen Handlungen erwischt wird, muss mit Hausverbot und Strafanzeige rechnen.
Auch im Internet geht die Therme in die Offensive. „Wir beobachten die Websites und versuchen Verabredungen im Keim zu ersticken. Sexkontakt-Foren transportieren ein falsches Bild von uns“, sagt Barth. Ob sich Liebesbedürftige davon beeindrucken lassen? Immerhin werden erste Klagen laut. „Frankie“ schreibt: „Ich bin regelmäßig mit meiner Süßen in der Therme und versuche immer wieder mal was, aber jedes Mal geht die Aufsicht dazwischen. Es macht einfach keinen Spaß.“
Hans Kratzer
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Hamburger Abendblatt 17.1.04
Nicht zu lange in der Sauna
Sauna-Anfänger sollten sich nur nach ihrem Wohlbefinden richten, rät Wolfram Enders, der Präsident des Verbandes der Badeärzte. Die Dauer eines Saunagangs müsse jeder selbst festlegen. Empfehlenswert sei, sich zunächst auf die unteren, kühleren Bänke zu legen und dann erst weiter nach oben. Regelmäßige Besuche kurbelten das Immunsystem an. (dpa)
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Neue Westfälische 17.4.04
Service, Schnelligkeit, Sauberkeit
Bali-Therme: Privatisierung mit Vorgaben des Landes / Außenbecken monatelang gesperrt
Bad Oeynhausen. Wann und an welchen privaten Investor das Land die Bali-Therme verkauft, steht zwar noch nicht fest. Diese Ungewissheit hindert den neuen Geschäftsführer Holger Diekmann aber nicht daran, schon jetzt für frischen Wind zu sorgen und den derzeit 40 Mitarbeitern neue Vorgaben zu machen.
Die „Privatisierung zum Wohle des Standortes Bad Oeynhausen“ zu begleiten, sieht der Diplom-Betriebswirt, bis 31. Dezember stellvertretender Kurdirektor, als seine Hauptaufgabe. Und weil das Land natürlich interessiert sei, ein gut bestelltes Haus zu verkaufen, gelte es den vorhandenen Kundenstamm nicht nur zu erhalten, sondern zu vergrößern.
„Ab sofort gilt bei uns das 3-S-Motto“, sagte der 43-Jährige gestern. Service, Schnelligkeit und Sauberkeit seien künftig die entscheidenden Kriterien. Nur wenn Kundenorientierung „gelebte Wirklichkeit“ sei, könnte sich die Bali-Therme gegen die Konkurrenz behaupten. Rund 400.000 Besucher wurden im letzten Jahr an der Kasse gezählt, eine durchschnittliche Auslastungsquote von 42 Prozent erreicht.
Unabhängig von der Person des künftigen Eigentümers habe das Land klare Vorgaben für die Zukunft des Bades gemacht. Die Therme werden kein Spaß- und Sportbad, sondern bleibe ein Gesundheits- und Erlebnisbad. Diekmann: „Die Nutzung der Heilquellen sind unsere Nische.“ Auch der Name „Bali-Therme“ sei als Qualitätsmarke festgeschrieben, sodass eine neue Beschilderung und ein Internetauftritt in Auftrag gegeben werden können. „Schamanenkult“ werde aber nicht mehr betrieben. Die von Kurdirektor Wolfgang Schmidt angeschafften Kunstwerke würden zwar nicht entfernt, aber „sicher nicht erweitert.“
Den Mitarbeitern, für die das Land die gleiche Beschäftigungsgarantie wie bei den anderen Staatsbad-Mitarbeitern (unter anderem zehn Jahre Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen) übernimmt, versprach er, sie stärker und frühzeitiger zu informieren. Das soll auch für die eigene Zukunft gelten: „Ich verlasse das Schiff nicht, bevor nicht die ganze Mannschaft im sicheren Hafen ist“, denn „ich bin stolz auf die Mitarbeiter und die bisher von ihnen geleistete Arbeit.“
Beim Thema Investitionen stößt der neue Geschäftsführer allerdings an seine Grenzen. Das rechteckige Außenbecken musste gesperrt werden, weil der Beckenkopf stark beschädigt ist, und sowohl Wasserqualität als auch die Sicherheit der Gäste nicht mehr gewahrleistet ist. Umfangreiche Sanierungsarbeiten, wie sie im letzten Jahr bereits im Rundbecken erfolgten, sind erforderlich, deren Kosten auf rund 500.000 Euro geschätzt werden. Diekmann: „Das Land muss diese Maßnahme erst mit den Investoren besprechen.“
Mehrere Monate können bis zu einer Entscheidung vergehen, bis dahin erhalten die Besucher als Entschädigung 30 Minuten mehr Badezeit.
VON HEIDI FROREICH
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news.de 16.1.04
Kein falscher Ehrgeiz in der Sauna
Die wöchentliche Schwitzkur in der Sauna stärkt die Abwehrkräfte.
Bad Oeynhausen (dpa/gms) - Saunagänger sollten beim Schwitzen keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Vor allem Anfänger sollten sich grundsätzlich nur nach ihrem Wohlbefinden richten, rät Wolfram Enders, Präsident des Verbandes deutscher Badeärzte im nordrhein-westfälischen Bad Oeynhausen.
Die Dauer eines Saunadurchgangs beispielsweise müsse jeder selbst festlegen: «Keinesfalls sollte man hier mit vermeintlichen Profis konkurrieren». Empfehlenswert sei es, sich zunächst auf die unteren, kühleren Bänke zu legen und dann nach einiger Zeit nach oben zu setzen oder zu legen. «Wenn man das Gefühl hat, man möchte raus, sollte man gehen», sagt Enders. Es sei auch in Ordnung, sich anfangs nach dem Saunen nur lauwarm und nicht eiskalt abzuduschen. «Irgendwann sehnt man sich von ganz allein nach dem kalten Schwall».
Auch die Dauer der anschließenden Ruhephase hänge vom individuellen Zustand ab. Selbst erfahrene Saunabesucher bräuchten manchmal eine Ruhephase von einer halben Stunde, wenn sie vorher eine anstrengende Woche hatten. «Starre Saunaregeln gibt es nicht», lautet Enders' Fazit. Wer langfristig die Abwehrkräfte stärken will, sollte aber mindestens einmal wöchentlich in die Sauna gehen. Regelmäßige Besuche, die drei Durchgänge mit jeweils gesteigerten Phasen des Schwitzens umfassen, kurbelten erwiesenermaßen das Immunsystem an.
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Neue Westfälische Lokales 15.1.04
Stadt übernimmt Kuranlagen
Land unterstützt Betrieb
( Bad Oeynhausen (nw). Die Kuranlagen in Bad Oeynhausen sind am Donnerstag in den Betrieb der Stadt übergegangen. Mit der Übernahme des Staatsbades in die kommunale Verantwortung habe die Stadt „alle Chancen, den Kurbetrieb in den nächsten Jahren aus eigener Kraft weiter zu entwickeln und zu modernisieren“, sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD) anlässlich der offiziellen Schlüsselübergabe.
Wie es weiter hieß, wechseln die rund 80 Mitarbeiter des Staatsbades in einen neu gegründeten Eigenbetrieb der Stadt. Darüber hinaus unterstützt das Land die Stadt im Rahmen eines so genannten Kommunalisierungsvertrages. So gewährt Düsseldorf zehn Jahre finanzielle Unterstützung beim Betrieb des Staatsbades. Für dreieinhalb Jahre übernimmt das Land die Management- und Beratungskosten und garantiert der Kommune zudem für zehn Jahre Einnahmen aus der Spielbankabgabe.
Für die Bali-Therme, die privatisiert werden soll, verhandelt das Land derzeit nach eigenen Angaben mit zwei potenziellen Investoren. Hier solle in den weiteren Gesprächen vor allem eine Absicherung der Arbeitsplätze erreicht werden, hieß es.
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Rheinische Post 14.1.04
Ostsee im Winter: Erholung für die Seele
Winterstimmung an der Ostsee. Foto: www.insel-usedom.de
Heringsdorf (rpo). Im Sommer beliebtes Ferienparadies - aber im Winter? Ferien am Meer? An der Ostsee kann genau das aber Erholung pur bieten. Keine überlaufenen Orte und Hotels, einfach Entspannung pur für Körper und Seele. Gesundheitsbewusste und Wellnesstouristen schwören geradezu auf einen Urlaub am Meer während der Winterzeit.
Der Winter, sagt man, sei die Zeit der Einheimischen. In die Ostseebäder ziehen Ruhe und Behaglichkeit ein. Die Strände sind verwaist. Nur vereinzelte Gäste teilen sie sich mit den Möwen. Doch die dunkle Jahreszeit bedeutet an der Küste nicht automatisch Winterschlaf für Hotels und Restaurants. Dass man nur hierher kommt, wenn die Sonne hoch steht, und wieder geht, sobald die Winde kommen, gehört in die Vergangenheit.
Ein Ostseewinter hat mehr als Meer. Es sind die Gesundheitsbewussten, die Beauty- und Wellnesstouristen, die auf einen Aufenthalt an frischer Luft am Meer unabhängig von der Jahreszeit schwören. Wissen sie doch, spätestens auf einer beheizbaren Liege zwischen Hallenbad und Sauna schmilzt selbst der kälteste Winter dahin.
Dabei kann so ein Winter an der Küste recht romantisch sein. Schnee dämpft die Schritte. Die weiße Pracht bedeckt die Bäume und die prächtigen Villen in typischer Bäderarchitektur an der Promenade, die auf Usedom acht Kilometer von Ahlbeck über Heringsdorf bis nach Bansin reicht. Eiszapfen hängen von den Seebrücken, den unverwechselbaren Wahrzeichen der mondänen Kaiserbäder, wobei die Heringsdorfer mit 508 Metern die längste Seebrücke Kontinentaleuropas haben. Hell klingeln die Glöckchen an den Pferdeschlitten, wenn ihr Klang nicht vom Rauschen der Wellen verschluckt wird. Denn gewöhnlich hört man die Ostsee schon, bevor sie zu sehen ist.
Nur selten ist alles total still. Dann aber scheint das Meer bis in den Horizont zugefroren. Das Pfeifen des kalten Nordostwindes verfängt sich in den an Land vertäuten Booten. Möwen drängen sich frierend aneinander. Die Spaziergänger, die die bis zu 70 Meter breiten winterlichen Sandstrände entlanggewandert sind, finden eine kuschelige Atmosphäre an knisternden Kaminen. Überall zwischen Ahlbeck und Zinnowitz laden anheimelnde Kneipen zu heißem Tee oder steifem Grog ein. Und nicht nur Eisbader können baden gehen.
Viele Gelegenheiten zum Baden
Der Möglichkeiten, ein heißes Bad zu nehmen, gibt es viele. Da ist die Bernsteintherme Zinnowitz mit Thermalbad, Meerwasserbecken, Solebecken und Sauna. Da sind die traumhaften Saunalandschaften der Hotels im oberen Sternebereich. Denn heute ist es anders als um 1900. Damals hatten Adel und Großbürgertum die Insel als Urlaubsparadies entdeckt, und Schwitzen galt als unfein, wie in dem von einem Arzt geschriebenen Buch "Wie verhält man sich am Ostseestrand" nachzulesen ist.
Schließlich sorgt auf Usedom die "Ostseetherme" an der Grenze zwischen Ahlbeck und Heringsdorf für wohlige Abwechslung an grauen Wintertagen. Die 5000 Quadratmeter große Anlage lädt das ganze Jahr zum Baden ein. Das subtropische Badeparadies mit modernem Kurmittelhaus verfügt unter anderem über sechs Badebecken und Grottenrutsche, Römisches Dampfbad und Finnische Sauna. Und alles dreht sich um die Gesundheit. In allen Bereichen der Therme kommt die seit 1928 bekannte Heringsdorfer Jodsole zum Einsatz.
"Die 445 Quadratkilometer große Ostseeinsel Usedom soll die Wellnessinsel Deutschlands werden." So stellt es sich zumindest die stellvertretende Kurdirektorin Dr. Karin Lehmann vor. Heringsdorf sei seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht nur als exklusives Seebad bekannt, sondern gleichzeitig anerkanntes Sole- und Heilbad.
Sole mit natürlicher Heilwirkung
Bei dem aus einer Tiefe von 408 Metern unter dem Vorplatz der Heringsdorfer Seebrücke geförderten Heilwasser handelt es sich um vierprozentige jodhaltige Sole. Mit ihrem natürlichen Gehalt an Mineralstoffen und wertvollen Spurenelementen hat die Sole bei der Anwendung in medizinischen Bädern eine natürliche Heilwirkung.
Aber längst wird auch im Wellnessbereich mit Sole gearbeitet. "Ihre stoffwechselregulierenden Eigenschaften eignen sich hervorragend für kosmetische Behandlungen der Haut", verrät die Ärztin. Der Wunsch nach einem Jungbrunnen sei so alt wie die Menschheit. Heute wisse man, dass man selbst etwas dafür tun kann und eine gute Körperkondition den Alterungsprozess verzögert. Deshalb liegen gesundheitsorientierte Ferien im Trend. Und Wellness ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts.
Schlittschuhläufer übrigens kommen auf Usedom auch ohne Minusgrade zu ihrem Recht. In Heringsdorf gibt es eine künstliche Eisbahn mit Flutlicht und Musik.
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Leipziger Volkszeitung 14.1.04
Spaßbad bleibt bei seiner Reinigungsfirma
Die Sachsen-Therme in Paunsdorf wird sich vorerst nicht von der Gebäudereinigungsfirma Pach trennen. Diesen Schritt hatte Thermen-Chef Jens Beikirch noch vergangene Woche nicht ausgeschlossen. Anlass war ein Bericht des ARD-Fernsehmagazins "Plusminus" über mangelnde Hygiene in dem Spaßbad. "Wir warten jetzt erst mal auf die konkreten Daten von Plusminus", so Beikirch. Bisher hätten die Redakteure vom Südwestdeutschen Rundfunk nur ein Blatt Papier ohne genaue Messwerte zugeschickt, genauere Angaben sollen aber noch folgen.
Reinigungs-Unternehmer Stefan Pach ist sich schon sicher, dass an den geschilderten Mängeln nichts dran ist. "Die in der Sendung geäußerten Missstände bezüglich der Reinigung wurden offensichtlich laienhaft dargestellt", erklärt der Geschäftsführer. Die Behauptungen würden die Existenz seines Unternehmens und somit auch die Arbeitsplätze seiner Angestellten gefährden.
Jens Beikirch denkt jetzt auch über rechtliche Schritte gegen den Sender nach, falls die Fernsehleute ihre Vorwürfe nicht untermauern können: "Das Ganze bedeutet für uns ja einen erheblichen Imageschaden." Das Gesundheitsamt habe ihm versichert, so der Anlagenleiter, dass bei den regelmäßigen Kontrollen in der Sachsen-Therme nie etwas zu beanstanden war. "Grobe Verunreinigungen haben wir nie festgestellt", bestätigt Annerose Schwenke vom Gesundheitsamt auf LVZ-Anfrage. Auch die entnommenen Wasserproben seien überwiegend in Ordnung gewesen. Solche unangemeldeten Besuche finden einmal pro Monat statt. An eine Verschärfung sei nicht gedacht, so die Sachgebietsleiterin Umwelthygiene.
Die "Plusminus"-Testerin hatte Proben vom Boden des Bades entnommen und auf Bakterien und Pilze untersuchen lassen. Annerose Schwenke hält das für übertrieben: "Ein Bad ist nie steril." Wie Beikirch bezweifelt sie, "ob die Redakteurin ausreichend qualifiziert war und sich zuvor ordnungsgemäß desinfiziert hatte".
Frank Schubert
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Sächsische Zeitung 13.1.2004
Bald nach Bad Schandau in die Toskana
Einstiges Schrammsteinbad öffnet am 1. Oktober 2004
Von Heidi Körner
An den neuen Namen werden sich Bad Schandauer, Touristen und Werbestrategen schnell gewöhnen müssen. Das einstige Schrammsteinbad wird zur Toskana-Therme.
Das ließ jetzt der neue Betreiber, Klaus Dieter Böhm aus Bad Sulza, durchsickern. Eigentlich wollte er sich diese Neuigkeit für seine Vorstellung im Februar aufheben. Dann wird er der Öffentlichkeit präsentieren, wie er das Kurmittelhaus für die Zukunft gestaltet. Vor allem wird er darlegen müssen, wie er die Einrichtung betreiben will, damit sich alles rechnet.
Denn der Landkreis und die Bad Schandauer vor allem sind gebrannte Kinder. Immerhin ging das Schrammsteinbad pleite, bevor es das erste Jahr überstanden hatte. Das darf nicht noch einmal passieren. Um das vom Hochwasser stark beschädigte Bad wieder aufzubauen und nach Böhms Vorstellungen zu erweitern und umzugestalten, muss der Kreis erneut einen Kredit aufnehmen. Von den 11,3 Millionen Euro Aufbaukosten werden lediglich 8,3 Millionen aus Fördertöpfen fließen. Ein Teil des „Restbetrages“ soll aus Versicherungsleistungen beglichen werden. Die Differenz, die der Landkreis noch nicht genau beziffert, muss über einen Kredit finanziert werden.
Und Böhm hat dem Kreis versprochen, seinen Zahlungsverpflichtungen von Anfang an pünktlich nachzukommen. Nur so konnte er auch die Kreisräte im vergangenen Jahr überzeugen, dem Wiederaufbau unter den jetzigen Bedingungen zuzustimmen.
Vorarbeiten haben bereits begonnen
Der hat inzwischen begonnen. Zumindest die Vorarbeiten dafür. Denn vieles vom Innenleben muss noch herausgerissen werden, um neuem Platz zu machen.
Und neu wird einiges. Böhm, der in Bad Sulza die Toskana-Therme seit Jahren erfolgreich betreibt, nennt schon mal vorab einige Details. Neben dem Liqid-Sound-Becken, in dem Licht, Wasser und Musik kombiniert werden, spricht er von einer Wasser-Leinwand, auf der auch nach außen sichtbar Filme, Bilder oder Videoclips gezeigt werden. Live-Musik am Wochenende, Klassik unter Wasser zur Entspannung, Vollmond-Baden bei Nacht oder Partys sollen die Toskana-Therme Bad Schandau in die schwarzen Zahlen führen.
Erst einmal aber muss gebaut werden. Mitte September soll nach dem Bauablaufplan der Probebetrieb beginnen, und am 1. Oktober 2004 ist die Eröffnung geplant.
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Neue Westfälische 12.1.2004
Saunabranche will wieder mehr einheizen
2004 Umsatzplus erwartet
Bielefeld (dpa). Nach Einbußen durch die Rekordhitze im vergangenen Sommer will die Saunabranche in diesem Jahr wieder Dampf machen. Der Deutsche Sauna-Bund rechne mit einem Umsatzplus von zwei Prozent, teilte der Verband am Montag in Bielefeld mit. In absoluten Zahlen könne der Zuwachs jedoch nicht beziffert werden. Begünstigend sei das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. 2003 sei das Geschäft wegen der ungewöhnlichen Sommerhitze um zwei Prozent geschrumpft. Das zeigten Umfragen bei Anbietern.
26 Millionen Bundesbürger gehen den Angaben zufolge regelmäßig in eine der bundesweit rund 5.000 öffentlich zugänglichen Saunen. Bei Umfragen hätten Besucher vor allem körperliche Erholung, seelische Entspannung, Erkältungsabwehr und den Wunsch nach Geselligkeit als Anreize genannt. Die Saunabranche habe in den 90er Jahren einen Boom erlebt, sagte Verbandsgeschäftsführers Rolf-Andreas Pieper. 1990 habe die Zahl der Besucher noch bei 16 Millionen gelegen.
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Hannoversche Allgemeine 10.1.04
„Robinson“ geht ins Strandbad
Eröffnung 2005 geplant
Nach monatelangen Verhandlungen ist die Zukunft des Maschsee-Strandbades nun offenbar endgültig geklärt: Die Berliner Entwicklungsgesellschaft Wertgrund will das denkmalgeschützte Strandbad von der Stadt übernehmen und darin den Cluburlaub-Veranstalter Robinson ein Wellnesscenter betreiben lassen. Am Freitag stellten Wertgrund-Geschäftsführer Sven Richter und der künftige Betreiber Jens Wanger ihr Konzept im nichtöffentlichen Teil des Wirtschaftsausschusses vor.
Nach HAZ-Informationen soll der Vertrag zwischen Stadt und Wertgrund bereits im Februar in die Ratsgremien eingebracht werden, bis Mai dann der geplante Architektenwettbewerb für den bevorstehenden Umbau abgeschlossen sein. Im September 2005, so die Planungen des Investors, soll das neue Strandbad mit dem Robinson-Club „Wellfit in Town“ eröffnet werden. Der öffentliche Badebetrieb soll auch künftig weiter aufrecht erhalten bleiben. Mit den bisherigen Nutzern, dem Restaurant Die Insel und der DLRG, sollen bereits Einigungen erzielt worden sein. Verhandelt wird unterdessen noch mit mehreren Vereinen, die bisher ihr Domizil im Strandbad hatten. mar
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Märkische Allgemeine 8.1.04
Ein Bad, zwei Pläne
REYK GRUNOW
RHEINSBERG - Komme, was da wolle: In Rheinsberg soll auf jeden Fall ein Thermalbad entstehen. Sollte sich kein anderer Investor finden, will die Projektgesellschaft Hafendorf dafür sorgen, dass das Vorhaben nicht stirbt. Hafendorf-Architekt Herbert Harm bestätigte gestern Pläne für ein Thermalbad samt Hotel in Rheinsberg.
"Wenn wir 100 Millionen in Rheinsberg investieren, können wir es uns nicht leisten, dass so ein großes Projekt gleich nebenan baden geht", sagt Harm. Die IFA mit den Unternehmen Karstadt-Quelle und Thomas Cook als Betreiber der Hotels im Hafendorf hatte ihn beauftragt, den Bau einer Therme unter den Vorgaben des Landes zu prüfen.
Fünf-Sterne-Hotel mit Golfplatz
Auch die Hafendorf-Bauer wollen für ihr Thermen-Projekt das 55 Hektar große Grundstück südlich des Schlossparks nutzen, dass die Stadt dafür reserviert hat. Neben einem Thermalbad für rund 80 000 Besucher pro Jahr soll dort nach Harms Vorstellungen ein zusätzliches Fünf-Sterne-Hotel mit angeschlossenem Golfressort entstehen. Gesamtkosten: rund 28 Millionen Euro, so viel wie das bisher geplante Thermalbad. Die benötigten 90 Hektar für den Golfplatz haben die Hafendorf-Investoren südwestlich der geplanten Therme schon ausgemacht.
"Der Golfplatz wird auf jeden Fall entstehen, auch wenn wir die Therme nicht bauen", versichert Herbert Harm. Er sucht weitere Angebote für die Gäste des Hafendorfes am Rheinsberger See.
Ihre Ideen haben die Hafendorf-Planer laut Harm sowohl der Stadt Rheinsberg als auch dem Wirtschaftsministerium schriftlich mitgeteilt. Bereits Ende Oktober soll das Schreiben im Rheinsberger Rathaus eingegangen sein - keine zwei Monate nachdem das Land in seiner Studie die bisherigen Pläne für die Prinz-Heinrich-Therme als zu groß verworfen hatte.
Projektentwickler Ludwig Lüllepop war in seinen Plänen von 350 000 bis 400 000 Besucher pro Jahr ausgegangen. Das Land fürchtet bei dieser Größe aber Konkurrenz für andere Bäder, vor allem für die Therme in Templin. Parallel zu den Hafendorf-Planern hat auch Lüllepop an einer kleineren Prinz-Heinrich-Therme gearbeitet.
Prinz-Heinrich-Therme verkleinert
Zwei wichtige Kritikpunkte der Landesregierung glaubt Lüllepop ausgeräumt. "Wir haben es geschafft, das Bad gewerblich darzustellen", sagt er. Anders ausgedrückt: Die benötigten 28 Millionen Euro können durch private Investoren und ohne einen Kredit der Stadt Rheinsberg aufgebracht werden. Jedes Risiko für die Kommune wäre damit ausgeschlossen.
Zudem bietet die Kristallthermen-Gruppe, mit der Lüllepop zusammenarbeitet, möglichen Konkurrenzbädern Sicherheit an. Sollten der Therme in Templin durch ein neues Bad in Rheinsberg wirklich Einnahmen verloren gehen, will Lüllepop für einen finanziellen Ausgleich sorgen. Er könnte sich sogar vorstellen, das Bad in Templin gemeinsam mit den Bädern in Rheinsberg und Bad Wilsnack komplett zu betreiben.
Bliebe noch die Größe des Rheinsberger Projektes. "Da muss man sehen, wie weit man mit dem Land gehen kann", sagt der Projektentwickler vorsichtig. Ein abgespecktes Vorhaben mit vielleicht 200 000 Gästen statt der bisher geplanten 350 000 pro Jahr könnte sich Ludwig Lüllepop in Rheinsberg auch vorstellen. Entscheidend wird sein, ob das Land dafür seine Zustimmung gibt.
Lüllepop: "Ich möchte Rheinsberg nicht verlieren, weil es ein fantastischer Standort ist."
Hafendorf-Erbauer Harm will seinen Plan nicht als Konkurrenz zu Lüllepop sehen. "Wenn die andere Gruppe das schafft, wären wir auch zufrieden", sagt er ganz ausdrücklich. Sollte es auf dem Weg aber nicht funktionieren, wären Harms Pläne als Rettungsanker immer noch da.
Stadt hält zunächst an Lüllepop fest
Die Rheinsberger Stadtverordneten wollen zunächst weiter mit Ludwig Lüllepop verhandeln. Mit ihm hat die Stadt schließlich einen
Geschäftsbesorgervertrag, der bis Ende 2004 läuft. Der Sonderausschuss Thermalbad soll sich zunächst mit Lüllepop treffen, sagte Bürgermeister Manfred Richter gestern. Ludwig Lüllepop hofft auf ein Gespräch bereits in der kommenden Woche. Den seit einem Jahr beim Wirtschaftsministerium vorliegenden Förderantrag für ein 350 000-Besucher-Bad will Rheinsberg aber nicht zurückziehen.
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Leipziger Volkszeitung 7.1.04
Mangelnde Hygiene im Spaßbad
Bei einem Hygiene-Check des ARD-Wirtschaftsmagazins "Plusminus" hat die Paunsdorfer Sachsen-Therme schlecht abgeschnitten. In dem Spaßbad herrschen "Ekel erregende Zustände auf der Toilette", hieß es in dem am Dienstagabend ausgestrahlten Beitrag. In Sauna und Umkleidekabinen wimmele es von Hefe- und Schimmelpilzen: "Dort herrscht Infektionsgefahr!" Im gesamten Badbereich sei die Bakterienanzahl sehr hoch, ein Zeichen für schlechte Hygiene. Bewaffnet mit Minikamera und Petrischälchen hatte Redakteurin Sabine Harder im Dezember fünf große Spaßbäder unter anderem in Düsseldorf, Weinheim und in Bad Tölz getestet. Letzteres blieb als einziges ohne Beanstandungen.
"Bei bis zu 2000 Besuchern pro Tag lassen sich die Werte nie ganz auf Null bringen", kommentierte Anlagenleiter Jens Beikirch den Fernsehbeitrag. Solche Verschmutzungen wie die gezeigten auf der Toilette seien aber nicht akzeptabel. Er werde jetzt mit der Grimmaer Firma Gebäudereinigung Pach, die in der Sachsen-Therme für Sauberkeit sorgt, über die
"Plusminus"-Vorwürfe sprechen. "Auf das Unternehmen verlasse ich mich natürlich, das sind doch Profis", sagte der Therme-Chef. Er wolle nicht ausschließen, dass sich das Spaßbad möglicherweise von der Firma trennt.
Gleichzeitig bemängelte Beikirch, dass das Fernsehmagazin die Kriterien der Überprüfung nicht klar gemacht habe: "Ich weiß zum Beispiel nicht, ob an dem Tag besonders viel los war." Die Autorin des Beitrags versicherte dagegen, dass die fünf Bäder unter vergleichbaren Bedingungen getestet wurden. Sie habe sich jeweils mehrere Stunden in den Anlagen aufgehalten und die Proben nicht erst kurz vor Schluss entnommen.
Frank Schubert
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Märkische Allgemeine 7.1.03
Richter bleibt Optimist
JÜRGEN RAMMELT
RHEINSBERG In nichtöffentlicher Sitzung wollen sich heute Abend Rheinsbergs Abgeordnete zur weiteren Verfahrensweise in Sachen Thermalbad verständigen. Zu der Beratung im Rathaussaal ist auch der bisherige Projektentwickler Ludwig Lüllepop eingeladen, dessen Projekt vom Land zwar verworfen wurde, auf dessen Rat und Erfahrungen die Rheinsberger aber vorerst nicht verzichten möchten.
Am Montag hatten sich bereits die Mitglieder des zeitweiligen Ausschusses "Thermalbad" getroffen, um sich über die Ausgangssituation zu informieren. Dem Gremium gehören Martin Gilde, Jürgen Scheigert, Heinz Karwath und Michael Nehls an. "Da es sich ausschließlich um neue Abgeordnete handelt, habe ich sie am Montag über den Leidensweg Therme noch einmal ausführlich informiert", sagte gestern Manfred Richter.
Aus Sicht des hauptamtlichen Bürgermeisters, der ebenfalls dem Ausschuss angehört, gibt es zwei theoretische Möglichkeiten, über die die Abgeordneten heute Abend sich verständigen müssten: "Entweder die Stadt besteht auf den Antrag vom 2. Dezember und wartet ab, wie das Land reagiert, oder sie akzeptiert die Entscheidung zum modifizierten Bäderplan und begibt sich auf die Suche nach einem Investor, der die Bedingungen des Landes erfüllt", meinte Richter.
Was die bisherige Arbeit von Ludwig Lüllepop betrifft, erläuterte das Stadtoberhaupt, dass dieser in zwei Verträge eingebunden ist. "Den ersten Vertrag, der die Projektentwicklung bis zur Antragsreife betraf, hat Herr Lüllepop erfüllt", sagte Richter. Dafür sei er auch bezahlt worden. Der zweite Vertrag beträfe die Entwicklung der Infrastruktur um das Bad herum, wie die Straßenanbindung, Grünanlagen und Parkplätze.
Richter machte deutlich, dass bis zum Sommer eine grundsätzliche Entscheidung fallen muss. Allerdings wolle er den Abgeordneten nicht vorgreifen. "Ich bin der festen Überzeugung, dass noch in meiner Amtszeit in Rheinsberg ein Thermalbad entsteht", zeigte sich das Stadtoberhaupt trotz aller Bedenken optimistisch.
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Ostseezeitung 6.1.04
Frischer Wind und Klassik im Badeanzug
Ostseetherme in Ahlbeck startet nach Schließzeit mit neuem Management / Wellness-Schiene wird ausgebaut
Ahlbeck Es ist wieder soweit. Wie in jedem Jahr haben in der Ostseetherme Handwerker und Reinigungsfirmen das Sagen, um zu warten, zu pflegen und den Grundstein für manche Neuerung zu legen.
Seit Jahresanfang obliegt das Management der Therme der Wasserwelt GmbH, konkret deren Geschäftsführer Gernot
Voh. Er kennt das Bad aus dem Effeff. Seine Gesellschaft hat die Badelandschaft im Hinblick auf eine spätere Erweiterung bereits überplant. Was augenblicklich als Wartung und Kosmetik realisiert wird, ist ein erster Schritt, um das Angebot attraktiver zu machen und die Wellnessschiene stärker auszubauen.
Das Solebad erfährt dabei die bemerkenswerteste Veränderung, indem es mit viel Blau zu einer Grotte umgestaltet wird. Darüber wird eine vier mal drei Meter große Leinwand angebracht, auf die ein Beamer Aktuelles und Stimmungsvolles projiziert. Voh denkt dabei an aktuelle Sportsendungen zwischen Fußball und Autorennen, die einen Freak von einem Badbesuch abhalten könnten, oder stimmungsvolle Naturbilder von Strand und Ostsee.
Umgestaltet wird auch der Wasserspielplatz für die größeren und das Minibad für die kleinen Kinder. Neues Leben wird dem bisherigen Ruheraum eingehaucht, in dem er für Veranstaltungen verschiedenster Art ausgerüstet wird. „Wir werden hier Vorträge zum Thema Wellness anbieten“, kündigt Voh Spezialisten an, die z. B. Informationen zur Wirkung der neuen Rotlichtsaunen, zur Sauerstoff-Wasser-Therapie, zu Wellnessprodukten um Aloe Vera oder gesunde Ernährung halten. Die Live-Vorträge der einmal angeheuerten Spezialisten sollen auf Video gebannt und somit stets verfügbar sein. Außerdem wird es im Ruheraum künftig Musikveranstaltungen, gewissermaßen Klassik im Badeanzug, Buchlesungen und für die Thermengäste die Möglichkeit zu eigenen DIA-Reiseberichten geben. Nach wie vor steht der Raum aber auch den Sportgruppen für Aerobic und Stepdance und als Ruheraum zur Verfügung.
Neues Rabattsystem und
eigene Thermen-Zeitung
Erweitert präsentiert sich nach der Schließzeit auch die Saunalandschaft. Die beiden Innenkabinen, das Dampfbad und die finnische Sauna werden um sieben Infrarotkabinen für je ein bis drei Personen ergänzt. Voh schwört auf deren Wirkungsprinzip der inneren Erwärmung, das im Außenbereich in einem neuen Blockhaus umgesetzt wird. Außerdem wird die Sauna durch einen neuen Ruhebereich attraktiver gestaltet. Gerade gestern waren die Handwerker dabei, dafür einen Durchbruch in den Badbereich zu schlagen. Abgeschirmt durch Strandkorbkappen werden in den Korbmöbeln und auf Stühlen 40 Sitzgelegenheiten eingerichtet, auf denen ein kleines Getränke- und Speisenangebot gereicht werden soll.
Die eigentliche Restauration bleibt vorerst bestehen. Erst im Zuge der weiteren Umrüstung soll der Gastronomieteil verlegt werden. „Das Angebot wird allerdings schon nach der Schließzeit mehr auf gesunde Ernährung orientieren“, schildert Gernot Voh die künftige Karte, auf der sich frisch gepresste Säfte, Aloe Vera-Produkte, frisch gebackenes Brot, Müsli und Joghurtdrinks finden werden. „Selbst Fisch werden wir anbieten und die neuen Produkte prinzipiell bei gestandenen regionalen Unternehmen ordern.“ Die im Restaurant verbrachte Zeit wird den Gästen übrigens ebenso vom Thermenbesuch abgerechnet wie die Stunden, die sie im multifunktionalen Ruheraum bei Vorträgen verbringen.
Beim „Tag der offenen Türen“ am 17. Januar darf sich jeder selbst ein Bild von den Veränderungen machen. „Dabei können Besucher auch das neue Preissystem hinterfragen, mit dem wir Einheimische künftig mehr an die Therme binden wollen, damit sie unser Angebot ihren Gästen stärker empfehlen“, so
Voh. Mittelpunkt des neuen Preissystems ist die Ostseethermen-Card, die ihrem Nutzer einen 50-prozentigen Rabatt auf alle Angebote ermöglicht. Für die Einwohner der Kaiserbäder ist die Karte sogar kostenfrei, da die Gemeinden den Anteil übernehmen. Auch die Gäste der Kaiserbäder erhalten gegen Vorlage ihrer Kurkarte eine 25-prozentige Ermäßigung.
Über sämtliche Neuigkeiten wird künftig die Thermen-Zeitung informieren.
A. G.
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Witzenhäuser Allgemeine 4.1.03
Gundlach und die heißen Eisen
BAD SOODEN-ALLENDORF. War das nun die kontrollierte Offensive oder starres Reagieren? Die Neujahrsrede von Bürgermeister Ronald Gundlach war deutlich und ließ dennoch Fragen offen. Doch der Reihe nach. Am Beginn des Neujahrsempfanges am Sonntag standen Gruß und Händedruck von Stadtverordnetenvorsteher Karl-Werner Böttigheimer und Ronald Gundlach für alle Gäste, auch die nicht so heiß geliebten.
Als Erfolge hakte Gundlach den Beschluss zum Bau der Therme und die vielen Baustellen ab: so sind die Hardtstraße und Sickenberger Straße wieder hergestellt. Wichtige Trassen, wobei die letztere wohl noch für das Aufflammen einer schwelenden Debatte sorgen werde: die von Anwohnern geforderte Entlastung der Waldis- und Gartenstraße. Damit war Gundlach schon beim Ausblick 2004. „Man wird darüber diskutieren müssen.“ Allerdings auch über die Entlastung für Sooden. Vor allem im Hinblick auf die Therme-Fertigstellung im Sommer 2005. Man brauche eine Verkehrsberuhigung für die Therme. Und: „Die Therme muss erfolgreich sein und sie wird es sein“, sagte Gundlach, der auch den Griff zu den heißen Eisen nicht scheute.
Kurparkhotel: Eine politische Auseinandersetzung wolle er heute vermeiden. „Weil nur ich Rederecht habe.“ Zarte Spitzen verteilte Gundlach trotzdem. Seine Rede war eine Reaktion auf die Geschehnisse, die öffentliche Kritik der CDU-Abgeordneten Heike Meyer und den Sachstand. Geschickt nannte Gundlach die aktuellen Bedingungen und Erfordernisse. Das Hotel müsse erweitert werden, um es wirtschaftlich - „von welchem Betreiber auch immer“ - betreiben zu können. Die Veranstaltungshalle müsse saniert werden. Die Sanierung würde aber nicht bezuschusst, nur ein Neubau. „Dafür liegt ein Antrag beim Land seit dem 29. Oktober 2002 vor.“ Grundlage seien Pläne, die man so heute nicht mehr sehen möchte und gegen die Klagen von Anwohnern angedroht seien. Unter all diesen Vorzeichen sei er froh gewesen über den Tipp von Stadtrat Bruhn bezüglich Global Office 24: „Das könnte ein Partner sein.“ Gundlach legte Wert auf den Konjunktiv. Er sei froh, dass der Interessent noch am Ball sei.
Auch wies der Bürgermeister auf die Meinungsströmungen hin: Da seien die, die alles so lassen wollen: Catering im Hotel und Nutzen der Veranstaltungshalle sollten so bleiben. „Ich kann das verstehen. Nur, dann müssen wir die verteilt auf vier Jahre für Millionen Sanieren. „Dann seien da diejenigen und gefährlichen Bürger, die kritisierten aber keine Vorschläge machten. Für Gundlach kommen die Stadtverordneten an „einem Grundsatzentschluss im März nicht vorbei“.
Eine Reaktion gab es auch auf eine weitere, heiß diskutierte Geschichte: den Bohrturm-Streit. Seine Mitarbeiter hätten sehr wohl viele alte Ziegel gefunden. „Nur: wenige waren brauchbar.“ Er habe einen Kompromiss erreicht und sei gespannt, wie es weiter gehe. Verantwortlich jedenfalls sei er als Bürgermeister, auch wenn Unfälle passierten. „Das sind die Fakten.“
Eine Rede die, wie gesagt, Fragezeichen setzte. Auch das: „Warum so viele Reaktionen?
Ehrliches Lob jedenfalls gab’s auch noch: Gundlach lobte die ehrenamtliche Arbeit vieler Bürger, „ohne die das Leben in der Stadt deutlich ärmer wäre“. Er forderte die Menschen auf, sich an den Diskussionen aktiv zu beteiligen.
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TAZ 3.1.04
Beachten Sie das Entkleidungsgebot!
Mit dem neuen Nacktbus der BVG bis zum Bahnhof Neukölln: Lachen und Scherzworte fliegen durch die mollige Luft. Das System ist zwar noch unübersichtlich. Dafür hält der Fahrer alle zwei Minuten und macht einen neuen Aufguss
Der 6er Nacktbus hält am Hackeschen Markt, und zusammen mit vielen anderen Leuten steigen wir ein. Es riecht nach Eukalyptus und frischem Schweiß, leider auch nach Döner. Wir ziehen uns aus und verstauen die Klamotten in den Spinden unter dem Sitz. Mit dem Sitzplatz haben wir Glück gehabt: Andere Nacktschwärmer waren langsamer und müssen nun im schlingernden Fahrzeug stehen.
Im Nacktbus ist die Stimmung meist recht locker. Schnell kommt man mit den Nachbarn ins Gespräch: Mit einem anderen Pärchen plaudern wir über deren originelle Idee, die Spindschlüssel in den Intimschmuck zu integrieren, die schleichende Aufweichung des Nacktbackverbots und die Frage, warum bei der Nacktleerung nur die Sendungen beginnend mit den Postleitzahlen 10 bis 16 den Empfänger bereits am folgenden Werktag erreichen.
Die Nacktbuslinien gibt es noch nicht lange - es handelt sich um einen Pilotversuch der BVG in Zusammenarbeit mit den Berliner Thermen - und das System ist leider noch recht unübersichtlich. Viel zu oft muss man umsteigen und bis zu einer halben Stunde auf den Anschluss-Nacktbus warten. Dann heißt es stets aufs Neue: rein in die Klamotten, raus aus den Klamotten.
Ohnehin ist das neue Angebot für viele Kunden durchaus gewöhnungsbedürftig. Während es für den Stadtmenschen schnell zu einer Normalität wie Nacktarzt und Nacktapotheke geworden ist, wird speziell unter Touristen aus ländlichen Gebieten des Öfteren der Wunsch laut, die Sitzreihen doch wenigstens nach Geschlechtern zu trennen. So mancher hält sich die Zeitung vor die Blöße und gibt vor, zu lesen. Wieder andere starren angestrengt an den Brüsten der Nachbarin vorbei auf die Reklame am Fenster oder die Hinweisschilder, die für die Nichtbeachtung des Entkleidungsgebots ein Strafgeld von 40 Euro androhen.
Im Allgemeinen gewöhnt sich der Kunde jedoch schnell an die Gegebenheiten des neuen Verkehrsmittels. Helles Lachen und Scherzworte fliegen durch die mollig warme Luft - im Nacktbus ist immer gut geheizt. So manchen drängt es an den Haltestellen an die offene Tür, um der erhitzten Haut etwas von der frischen kalten Winterluft zu gönnen. Von dort aus kann man auch schneller vor eventuell zusteigenden Kontrolleuren flüchten: die sind zwar ebenfalls nackt, aber um so besser erkennt man sie an ihren Umhängetäschchen und nicht zuletzt den grässlichen Narben, mit denen ihre Leiber über und über bedeckt sind.
An ungefähr jeder 10. Station hält der Fahrer zwei Minuten und macht einen neuen Aufguss - je nach Saison und Fahrtrichtung Diesel-, Eukalyptus- oder auch mal Lebkuchenaroma. Der Dampf zieht in dicken Schwaden durch den Bus: Ohne Nacktsichtgerät ist kaum noch etwas zu erkennen - ein Eldorado für die berüchtigten Splittergruppen, nackte Diebesbanden aus Südosteuropa.
Wir lehnen uns schweißgebadet zurück und ächzen gequält. Nicht wenige Fahrgäste springen auf und rennen unter die kalten Duschen im Oberdeck, dort, wo sich auch die Sonnenterrasse befindet.
Am Bahnhof Neukölln endet der Nacktbus und wir ziehen uns an. Natürlich haben wir jetzt erst mal tierischen Kohldampf - zum Glück kommt schon in fünf Minuten die Ess-Bahn.
ULI HANNEMANN
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Hannoversche Allgemeine Zeitung 3.1.03
Stadthagen hofft auf neues Bad
Ursache für „Tropicana“-Brand unklar / Andernorts wurde Wiederaufbau besser
Von Mathias Klein
Hannover. Eigentlich sollte das Erlebnisbad „Tropicana“ in diesem Jahr renoviert werden. 2,1 Millionen Euro wollte die Stadtverwaltung von Stadthagen (Kreis Schaumburg) investieren, um eine größere Kinderlandschaft, mehr Umkleidekabinen, einen separaten Eingang für die Sauna und ein neues Bistro zu bauen. Nach dem Großfeuer in der Nacht zu Silvester, bei dem das „Tropicana“ in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde, denken die Verantwortlichen bereits über den Neubau eines Erlebnisbads nach. Während die Polizei noch die Brandursache sucht, schiebt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (parteilos) eine Diskussion an: „Wollen wir ein neues Bad? Wie wollen wir es?“
Schon das „Tropicana“ war an der Stelle gebaut worden, an dem zuvor das alte Hallenbad abgebrannt war. Am 24. August 1992 ging das marode Gebäude in Flammen auf. Gerüchte machten die Runde, ein damals führender Mitarbeiter der Stadtverwaltung habe das Gebäude angesteckt. Als Brandursache ermittelte die Polizei Kriechstrom in der Deckenkonstruktion. Fast genau drei Jahre nach dem Feuer wurde im Juli 1995 das „Tropicana“ eröffnet, „das Bad mit dem Schuss Karibik“, wie es in der Eigenwerbung hieß. In dem rund neun Millionen Euro teuren Bau gab es auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern eine Saunalandschaft, einen Fitnessbereich sowie zahlreiche Schwimmbecken mit Wasserfällen, Fontänen und einem Strömungskanal. Zu den Angeboten gehörten auch ein 32 Grad warmes Solebecken und ein Wellenfreibad.
Für andere Städte erwiesen sich die Brände ihrer Bäder im Nachhinein als Glücksfall. Am 8. Juli 1996 entstand in der Sauna des Stadtbads Laatzen ein Feuer, das das Gebäude komplett zerstörte. Schaden: etwa acht Millionen Euro. 18 Millionen Euro kostete der Neubau einer Badelandschaft, Anfang 2001 eröffnete das „aquaLaatzium“. Das Spaßbad ist aus Sicht der Stadtverwaltung ein Erfolg - der Besucheransturm ist so groß, dass die Stadt keine Kosten durch das Bad hat. Das Hufelandbad in Bad Pyrmont wurde im Oktober 1999 ein Raub der Flammen. Die Schlamperei eines Handwerkers hatte das Feuer verursacht. Die Versicherung zahlte den Schaden von rund acht Millionen Euro. Zwei Jahre nach dem Feuer wurde in der Kurstadt ein Neubau als Hufeland-Therme eröffnet: eine 6300 Quadratmeter große Bade- und Erlebnislandschaft für 13 Millionen Euro.
Und auch die größte deutsche Badelandschaft wurde nach einem Großbrand gebaut. Im Januar 1999 hatte ein Saunaofen das alte Wolfsburger Badeland in Brand gesetzt. Die Stadt klotzte richtig: Für 34 Millionen Euro ließ sie sich ein Spaßbad auf einer Fläche von 11 000 Quadratmetern bauen. Eröffnet wurde vor knapp zwei Jahren. Der Betrieb ist erfolgreich. Pro Jahr kamen mehr Besucher als die 550 000, die nötig sind, damit das riesige Bad kostendeckend arbeitet.
Mit einem Neustart rechnet auch der Betriebsleiter des Stadthäger „Tropicana“, Helmut Kirchhöfer. „Wir haben das Bad zum Neuwert versichert“, sagt er.
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