Kölnische Rundschau 30.4.04
Böse Überraschung nach der Massage
Von DANIEL TAAB
Heribert Geuer wollte sich am vergangenen Donnerstag einen schönen Tag machen. Tagsüber Massage und Entspannung, abends ins Konzert. Doch daraus wurde nichts. Der Apotheker wurde in der Mauritius-Therme in der Innenstadt bestohlen. „Kreditkarten, EC-Karte, Schlüsselbund und Klamotten - alles weg“, erinnert sich Geuer. „Ich stand fast nackt in der Umkleidekabine und wusste nicht mehr weiter.“
Wie dem Kölner ist es seit Ende Januar 2003 etlichen Besuchern der Therme ergangen. Immer wieder wurden Spinde aufgebrochen - und die Diebe machten reiche Beute, denn in dem Wellness-Bereich gehen oft gut betuchte Gäste aus und ein. Bisher wurden bei der Polizei 15 Fälle angezeigt. „Wir müssen von einem Serientäter ausgehen“, sagt Polizeisprecher Jürgen Göbel. Gestohlen wurden bisher teure Uhren von Breitling und Rolex sowie Schmuck, edle Kleidung, Bargeld und Scheckkarten.
In einem Fall wurde einer Frau aus Pulheim eine Chopard-Uhr entwendet. Zwei Opfer hatten den PIN-Code ihrer Scheckkarten in der Geldbörse aufbewahrt, der Täter hob bei der Stadtsparkasse in Bickendorf Geld ab. Die Überwachungskamera fotografierte ihn, doch das Foto war zu schlecht. Insgesamt wird der Schaden auf mehrere zehntausend Euro geschätzt.
Bei der Suche nach dem Dieb kommt die Polizei nicht weiter. Eine Videoüberwachung gibt es im Umkleidebereich nicht. Außerdem hat sich das Verhalten des Täters verändert. Bei den ersten Diebstählen wurden die Spinde mit einem Nachschlüssel geöffnet, seit Mitte vorigen Jahres werden die Türen aufgebrochen. „Wir können nicht ausschließen, dass einer der Mitarbeiter der Therme der Dieb ist“, sagt Göbel.
Romain Wack, Geschäftsführer der Therme, will alles tun, die Diebstahlserie zu beenden. Er weist deshalb darauf hin, dass es im Bad kostenlos Schließfächer für Wertgegenstände gibt. „Dort ist noch nie etwas weggekommen“.
(KR)
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WAZ 28.4.04
Tester steigen in die Fluten
Übermorgen hebt sich der Vorhang für das neue Maritimo endgültig, erfolgreich verlief schon, wie berichtet, die Generalprobe.
Die WAZ schickte zwei Testpersonen in die Fluten. Wie gefällt euch das neue Bad?
Für Sandy (16) und Alex Stolte (18) kündigt sich schon im Foyer ein Badespaß an, der heute nur wenig Grenzen kennen soll. Ausgestattet mit dem gelben Armbändchen öffnen sich (fast) alle Türen für die beiden Oer-Erkenschwicker: Sauna, Wellness und natürlich der Spaßbereich - alles inklusive. Keine ernsthafte Hürde ist die moderne Technik im neuen Bad, die den Freifahrtschein der WAZ-Tester zunächst nicht anerkennen will. In minutenschnelle ist das Problem behoben - auch die Technik kann offenbar lernen. Zum Glück hat sie bis Samstag noch etwas Zeit. In der Umkleide sind die Armbänder, in denen ein kleiner Chip steckt, ein wahrer Segen, finden Alex und Sandy. Keine Karten und Münzstücke sind nötig: Der Spind in der Umkleide schließt sich nach kurzer Berührung mit dem scheinbar magischen Bändchen.
Die riesige Angebotspalette, die ihnen heute zur Verfügung steht, lässt Alex und Sandy keinesfalls übermütig werden; nicht die russische Sauna, nicht die attraktive Afrika-Ecke, nicht das türkische Dampf-Bad lockt die beiden. Sie bleiben klassisch: "Wir gehen erst mal schwimmen", beschließt unser Duo: Das große Erlebnisbecken bietet sich an. Sandy nähert sich, etwas unschlüssig geht ihr Blick aufs Wasser, nur langsamen strecken sich die Zehenspitzen in Richtung Beckenrand, zugleich ziehen sich die Mundwinkel nach hinten: "Noch ein bisschen kalt", sagt sie, die beiden nehmen lieber die Treppe zum Einstieg und sind zufrieden. "Relativ groß", befindet Alex nüchtern. Abgesehen davon, dass das Becken wohl noch nicht richtig aufgeheizt sei, schon eine schöne Sache, meint seine Cousine, die inzwischen den deutlich wärmeren Whirlpool anvisiert hat - leider wärmen sich dort schon etliche andere Gäste auf. "Obwohl der sehr groß ist", wie Alex findet, fehlt es an Platz.
Nach einem Abstecher in eine kleine Grotte mit herabstürzendem Wasserfall (Sandy: "Hoffentlich werden meine Haare nicht nass!") und einem kurzen Füßeln mit dem 25-Meter-Becken (Sandy: "Ich spring da nicht rein!") wollen sich die beiden Tester der Rutsche widmen.
Natürlich will das viel mehr Alex, sagt Sandy, sie bleibt lieber im Auslauf und sieht das Gesicht ihres Cousins beim Verlassen der Black-Hole-Rutsche. Strahlend entsteigt unser Tester dem "Schwarzen Loch". "Dort sieht man ja gar nichts" - es macht offensichtlich Spaß.
Genug Nervenkitzel für den Probetag, beschließen Sandy und Alex, ihnen ist nach Entspannung. Orte zum Faulenzen finden sich reichlich im Maritimo - die WAZ-Tester wählen wohl einen der Besten: Die beheizten Steinliegen mit Blick auf Saunalandschaft und die Baumwipfel der Haard. Nach so viel Abenteuer hat vor allem Sandy ihr Glück gefunden: "Hier könnte ich stundenlang liegen." - Geht aber nicht! Die beiden müssen weiter; wollen den anderen Gästen förmlich aufs Dach steigen. Doch langsam. Wo geht´s denn nach oben? Auch wenn Alex gerade noch das "durchdachte Konzept" des Bades gelobt hat, steht er jetzt ziemlich hilflos da. Doch die Dame vom Maritimo hilft den Orientierungslosen gerne - es hat sich gelohnt: "Der Ausblick ist geil", sagen die beiden. Die Tatsache, dass sich die Dachterrasse an der frischen Luft befindet, ist für Sandy allerdings Anlass zur Kritik: "Zu kalt, ich geh rein." Alex fügt sich dem Schicksal. Im Restaurant mit Blick auf die Badelandschaft bleibt Zeit für ein kurzes Fazit: "War schon super", meint Sandy knapp, "vor allem der Wellnessbereich." Allerdings: "Gerade der ist mir zu teuer.", ergänzt Alex. Jetzt im Sommer wollen die beiden aber vor allem das Freibad nutzen. Alex: "Für mich ist wichtig, dass da der Eintritt bezahlbar bleibt."
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Süddeutsche Zeitung 27.4.04
Ich bin ein Glücksfall für Schandau
Toskana-Therme-Betreiber Klaus Dieter Böhm will die Kurstadt wachküssen
Das einstige Schrammsteinbad in Bad Schandau wird als Toskana-Therme wieder aufgebaut. Der Wellnesstempel soll im Oktober eröffnen. Die SZ sprach mit dem Betreiber, Klaus Dieter Böhm.
Sie sind in Thüringen erfolgreich. Vor Ihrer Toskana-Therme in Bad Sulza warten die Badegäste mitunter Stunden. Warum nun Bad Schandau?
Mich treibt der Optimismus. Hier ist ein guter touristischer Standort, der allerdings erst noch wachgeküsst werden muss. Die Nähe zu Dresden ist genauso ein Plus, wie die Landschaft. Die mag ich schon seit langem. Als man mich dann vor zwei Jahren ansprach, ob ich das angeschlagene Bad übernehmen würde, habe ich recht schnell zugesagt. Auch, weil hier die Chemie zwischen mir und den verantwortlichen Akteuren, beispielsweise im Landratsamt, stimmt.
Trotzdem ist es doch ein Risiko, derzeit ein Bad zu betreiben …
Das ist richtig, und Garantien kann ich auch nicht geben. Aber in Bad Sulza haben wir auch im Umkreis von 20 Kilometern vier Bäder. Und unseres läuft hervorragend. Wir heben uns durch Liquid Sound ja ab von anderen, sind nicht einfach ein Spaßbad unter vielen. Zudem laufen unsere Geschäfte gut. Wir haben da einen etwas längeren Atem, als unser Vorgänger, falls es einmal einige Monate nicht so funktionieren sollte. Wir können trotzdem die Löhne zahlen und unseren Verpflichtungen gegenüber dem Landkreis nachkommen. Immerhin habe ich mit meiner Frau in unseren Firmen einen Jahresumsatz von 43 Millionen Euro. Und wir geben etwa 750 Menschen Arbeit. Das ist schon was.
Der Landkreis stellt Ihnen ja auch das fertige Bad nach Ihren Vorstellungen hin.
Sicher, es ist eine Einrichtung des Landkreises, die auf die gesamte Region positiv ausstrahlen wird. Da ist es nur recht und billig, dass der Kreis als Eigentümer den Umbau übernimmt. Von uns als Betreiber hat er die vertragliche Zusicherung, vom ersten Tage an die vereinbarten Zahlungen zu erhalten. Damit können dann auch die Verbindlichkeiten gedeckt werden.
Wollen Sie die Therme irgendwann selbst erwerben?
Das ist für die Zukunft mal einmal angedacht. Aber erst einmal muss die Einrichtung zum Laufen gebracht werden. Mit Liquid Sound habe ich da auch keine Bedenken.
Was kann man sich darunter eigentlich vorstellen?
Sie lassen sich auf einer körperwarmen Sole vom Wasser tragen, alles fließt ineinander. Sie sind umgeben von Klängen und Farben. Nach einer Stunde gehen Sie wie auf Wolken. Mancher sagt, ein Tag in unserer Therme wirke wie eine Woche Urlaub. Auf diesen Effekt setzen wir. Liquid Sound ist für Experten derzeit national und auch international das Größte auf dem Badesektor. Wer das einmal erlebt hat, kommt wieder.
Aber Sie brauchen täglich an die 600 Besucher. Das können doch nicht nur Gäste aus der Umgebung sein, die ab und an mal wiederkommen?
Natürlich nicht. Wir haben gute Kontakte zu Reiseunternehmen, die fragen jetzt schon nach, wann Bad Schandau bald eröffnet. Im Paket mit Kultur, Landschaft und Landeshauptstadt wird die Toskana-Therme hier bald ein festes Reiseziel sein. Ich bin sozusagen ein Glücksfall für Bad Schandau und die Region.
Was haben die hiesigen Vermieter davon?
Alle können davon profitieren, wenn die Toskana-Therme erfolgreich läuft. Wir sind seit Wochen in der Region unterwegs, um mit den Hoteliers, Vermietern und anderen touristischen Anbietern zu kooperieren. Und das wird auch funktionieren. Zum Wohle aller.
Und wer wird sich dieses Wohlfühlerlebnis leisten können?
Keine Sorge, wir bleiben bei unserer Zusage von 2002. Zwei Stunden Toskana-Therme mit allem, was drin ist, kosten zehn Euro. Diese Preisgestaltung hat sich bewährt. Inzwischen zahlen die meisten Gäste in Bad Sulza nach zwei Stunden gerne nach und bleiben vier Stunden. Denn unsere Zielgruppe sind vor allem Menschen, die sich wirklich erholen wollen, mal abschalten, etwas für sich tun. Und genau für die ist unser gesamtes Konzept, auch das der Wellnessangebote und der Gastronomie, ausgelegt.
Wie viele Arbeitsplätze entstehen, und wer wird eingestellt?
Wir werden insgesamt etwa 40 Arbeitsplätze bieten, aber nicht alle als Badgesellschaft. Wellnessbereich und Restauration vergeben wir. Für das Bad selbst liegen bei uns Berge von Bewerbungen, fast alle aus der Region. Wir beginnen jetzt mit der Auswahl. Es haben sich auch viele beworben, die schon vorher im Bad beschäftigt waren. Erst einmal haben wir einen Leiter gesucht. Den haben wir inzwischen gefunden.
Das Gespräch führte Heidi Körner.
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Die Welt 27.4.04
Templiner Natur-Therme in schwieriger finanzieller Lage
Templin - Die Natur-Therme in Templin (Uckermark) kämpft mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im Geschäftsjahr 2002 hätten Einnahmen und Ausgaben ein Minus von 195 000 Euro ergeben, sagte Kurdirektor Bernd Zimdars am Dienstag. Für 2003 würden die Bücher für den uckermärkischen Tourismusmagneten ein Defizit von rund 600 000 Euro ausweisen. Nach der Absetzung des einstigen Kurdirektors und Geschäftsführers Uwe Mohr hat Zimdars den Posten befristet bis Ende 2004 übernommen. Die Position soll ausgeschrieben werden.
Wichtigste Aufgabe sei es, die Kostenentwicklung des Unternehmens mit derzeit 70 Vollzeitkräften in den Griff zu bekommen, sagte er. "Wir werden uns dabei auf keinen Fall kaputt sparen, auch nicht beim Personal." Er gebe Überlegungen, bestimmte Leistungsbereiche wie Fitness, Minigolf und Gastronomie auszugliedern.
Den Angaben zufolge flossen mehr als 35 Millionen Euro in den Bau der Therme, davon etwa 27 Millionen Euro in Form von Fördermitteln des Landes Brandenburg, des Bundes und der EU. dpa
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Rhein Main Presse 21.4.04
Notfallkoffer nicht vorgeschrieben, aber in fast jedem Bad vorhanden
Mit Beatmungsmöglichkeit und Medikamenten ausgestattet
WIESBADEN (hol) Im Gegensatz zum Thermalbad, in dem es - wie berichtet - keinen so genannten Notfallkoffer gibt, verfügen alle städtischen Hallen- und Freibäder über jeweils zwei solcher Koffer. Einen für Erwachsene, einen zur Behandlung von Kindern. Das berichtet Rathaus-Sprecherin Ilka Gilbert-Rolke auf Kurier-Anfrage. Die Koffer sind mit Beatmungsmöglichkeiten ausgestattet und mit Medikamenten, die von Fachleuten, also Rettungssanitätern und Medizinern, verabreicht werden können. Einmal jährlich werden die Mitarbeiter aller städtischen Frei- und Hallenbäder entsprechend geschult. "Sie haben die Qualifikation, mit den Geräten umzugehen", so Gilbert-Rolke. Im Kleinfeldchen-Hallenbad, das auch vom Verein "Sport und Gesundheit" genutzt wird, gibt es zusätzlich einen Defibrilator.
Wie berichtet, ist vor wenigen Tagen ein 84-jähriger Badegast des Thermalbads in den HSK an inneren Blutungen verstorben. Wie es zu diesen Blutungen gekommen war, darüber soll eine Obduktion Aufschluss geben, deren Ergebnis noch nicht vorliegt. Der Mann hatte im Bad einen Herzstillstand erlitten, anwesende Ärzte hatten ihn reanimiert. In nur fünf Minuten war auch ein Notarzt vor Ort. Eine Internistin, die an der Reanimation vor dessen Eintreffen beteiligt war, hatte kritisiert, dass im Thermalbad kein Notfallkoffer mit Beatmungsbeutel vorhanden war.
Ob es, wie ein Informant dem Kurier gesagt hatte, früher im Thermalbad einen solchen Notfallkoffer gegeben hat, "kann ich nicht beantworten", sagte Kurdirektor Henning Wossidlo. Noch in dieser Woche wollen Gesundheitsdezernent Detlev Bendel und er sich zu dem Geschehen äußern.
Vorgeschrieben sind die Koffer nicht, wohl aber üblich, nicht nur in Wiesbaden, wo sichergestellt ist, dass überall in zehn Minuten ein Notarzt da ist. So sagte der Leiter der Hofheimer Rhein-Main-Therme, Helmut Terstegen: "Natürlich haben wir einen solchen Koffer. Außerdem einen Defibrilator, eine feste Sauerstoffanlage und ein Beatmungsgerät für Babys." Im Geisenheimer Rheingau-Bad gibt es nach Angaben eines Schwimmeisters ebenfalls einen Notfallkoffer, Im Hallen-Thermalbad Schlangenbad, untergebracht in der Rheumaklinik, steht ebenfalls ein Arzt-Notkoffer zur Verfügung, sagt Theo Bernhard, Geschäftsführer des Energie-Dienstleistungszentrums Rheingau-Taunus.
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Hamburger Abendblatt 17.4.04
Mit zwei Stöcken auf dem Gesundheits-Trip
In Bad Bevensen, dem Heilbad in der Lüneburger Heide, fördert man verstärkt den neuen Trend zur Gesundheitsvorsorge.
Von Jürgen Bungert
Hallo, Sie haben die Ski vergessen!", ruft der Spaziergänger den beiden Frauen nach, die gerade mit schnellen Schritten vorbeihasten und wie Skilangläuferinnen ihr Tempo mit zwei Stöcken zusätzlich beschleunigen. Kaum sind die zwei hinter der nächsten Waldweg-Biegung verschwunden, taucht schnaufend und mit roten Köpfen eine Gruppe von sieben Frauen und zwei Männern auf und zieht mit erhöhtem Marschtempo an dem verdutzten Mann vorbei. "He, Sie haben die Ski vergess . . . " Doch diesmal bleibt ihm der Scherz im Hals stecken. Er schaut seine Frau ungläubig an: "Das soll gesund sein?"
"Nordic Walking ist super-gesund", schwört Heike Brandt, die 43-jährige Fitnesstrainerin, die mit ihrer Gruppe wieder zu den beiden Ausreißerinnen aufgeschlossen hat. Das schnelle Gehen mit den zwei leichten Karbonstöcken ist für jeden geeignet, der sich gern in freier Natur bewegt. "Meine Teilnehmer sind zwischen 30 und 85 Jahre alt. Nordic Walking ist besser als Joggen, trainiert 85 Prozent aller Muskeln, schont Gelenke und Wirbelsäule und macht unglaublich fit."
Wir sind in den Wäldern rund um Bad Bevensen, dem beliebten Kur- und Ausflugsort der Hamburger. Sie waren auch die ersten, die das verträumte Heidedorf zu Beginn des vorigen Jahrhunderts als idealen Platz für ihre Sommerfrische entdeckten. Heute fährt die Bahn von der Hansestadt täglich ab 5.54 Uhr im Stundentakt und erreicht nach 51 Minuten das 8800-Einwohner-Städtchen an der Ilmenau. In diesem Jahr feiert Bevensen einen Geburtstag: Vor 75 Jahren wurden die Stadtrechte verliehen.
Den Aufstieg zum Heilbad verdankt Bevensen einem Zufall. Beim Bohren nach Erdgas im Mai 1964 war die Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft (DEA) in 2865 Meter Tiefe auf eine Mineralquelle gestoßen. Dieser sonnige Maitag markierte für den Ort den Beginn einer Erfolgsstory, die mit 700 000 Übernachtungen im vergangenen Jahr ein hohes Niveau erreicht hat. Die Trendsportart Nordic Walking ist heute typisch für eines der modernsten Kurprogramme, die zurzeit praktiziert werden. Es hat Bad Bevensen vor der Krise, die in fast allen deutschen Kurorten herrscht, weitgehend bewahrt. Das Zauberwort heißt Medical Wellness.
"Medical Wellness ist in der Gesundheitsvorsorge der Mega-Trend dieses Jahrhunderts", sagt Birgit Rehse (44), die Leiterin der Kurverwaltung. Denn 50 Prozent der Gäste seien Urlauber, die freiwillig und vorbeugend etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Auf sie sind denn auch zahlreiche Spezial-Programme zugeschnitten, in denen immer wieder die Schlüsselworte "fit" und "entspannen" auftauchen: Fit für den Job! Leichter fit - Abnehmen macht in der Heide doppelt Spaß! Eine Woche Entspannung wirkt manchmal Wunder! Entspannt wie nie: Wochenendurlaub mit Yoga, Qigong und Reiki! Und das Erfolgsseminar "Bad Bevensen macht mobil": Fit sein, fit bleiben! Ein siebentägiger Kursus, der am 25. April wieder startet und bis in den Herbst fortgesetzt wird. Er beginnt mit einem ärztlichen Durchchecken; auf dem Programm stehen gemeinsames Kochen mit Ernährungberaterin Marlies Schulz (47), zwei Seminare zur progressiven Muskelentspannung, um zu lernen, wie man mit den eigenen Händen den Alltags-Stress von der Seele und vom Körper streichen kann, ein Besuch in der 1000 Quadratmeter großen Badelandschaft der Jod-Sole-Therme und eben das Nordic Walking mit Trainerin Heike Brandt.
Eine Gruppe besteht aus fünf bis 15 Teilnehmern. Die Technik mit den beiden Laufstöcken ist schnell gelernt. "Wir haben drei Strecken zur Verfügung: vier, acht und zwölf Kilometer lang. Die Gruppe trifft sich auch beim Kochen. Zuerst gehen wir einkaufen", erzählt Marlies Schulz. "Dann wird in der Lernküche des Kurhauses ein schmackhaftes Power-Essen zubereitet. Auch immer mehr Männer zieht es in unsere Küche. Da gibt es oft viel zu lachen, wenn sich einer zu töffelig anstellt und zum Sahneschlagen einen Mixer mit Knethaken nimmt. Das große Vorbild für viele ist Alfred Biolek. Er kocht praxisbezogen. Ich finde ihn einfach klasse."
Aber es gibt auch Alternativ-Programme: etwa "Wein und Wellness für Genießer", die in der Weinstube "Schandgeige" acht Weine aus deutschen Anbaugebieten verkosten. Oder: "Mit dem Kanu durch die Heide", auf Ilmenau und Gerdau vorbei an Dörfern und Bauernhöfen. Oder: ein "Shiatsu-Partner-Seminar", bei dem die Teilnehmer lernen, mit dem Druck von Fingerspitzen, Händen, Ellbogen, Knien oder Füßen beim Partner Blockaden zu lösen.
Ein großes Programm fürs Jubiläumsjahr strickt Bad Bevensen auch im kulturellen Bereich. Der "Musikalische Sommer" mit Konzerten, Chor-, Klavier- und Musikabenden in der Klosterkirche von Medingen startet am 15. Mai. Highlights werden das Konzert der Philharmonie der Nationen mit Justus Frantz am 27. Juli im Kurhaus und am 30. Juli die Weltpremiere des poetisch-sinnlichen Hundertwasser-Musicals von Konstantin Wecker im benachbarten Uelzen.
Ist Bad Bevensen also auf dem Weg zu einem modernen Urlaubsort mit qualifizierten Fitness- und Gesundheitsprogrammen? Die "offene Badekur" gehört der Vergangenheit an. "Nur knapp ein Zehntel der Gäste nimmt sie noch in Anspruch", bilanziert Birgit Rehse, die Chefin der Kurverwaltung. "Dagegen finden unsere Herz-Kreislauf-Klinik und die Fachkliniken für Orthopädie und Psychosomatik große Akzeptanz."
Doch das allein reicht nicht für den wirtschaftlichen Erfolg eines Kurorts. "Die Mehrzahl unserer Gäste sind aktiv, sie streben nach Fitness, nach einem gesünderen Leben. Sie wollen vorbeugend ihre Gesundheit pflegen. Wenn wir ihnen dabei helfen, sind wir auf dem richtigen Weg."
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newsclick.de 16.4.04
Millionen-Projekt: Neues Spaßbad für Braunschweig
Anlage entsteht vermutlich am Schützenplatz
Von Bettina Habermann
BRAUNSCHWEIG. Konkurrenz für das Badeland in Wolfsburg und das Thermalbad in Salzgitter: In Braunschweig soll ein Erlebnis- und Freizeitbad gebaut werden.
Als Standort wird nach Informationen unserer Zeitung das verkehrsgünstig gelegene Grundstück des Sportzentrums Schützenplatz an der Hamburger Straße favorisiert. Die 1981 errichtete Eissporthalle sowie die Gebäude mit Tennis- und Squash-Plätzen sollen nach den Planungen abgerissen werden; die Anlagen waren zuletzt immer weniger genutzt worden.
Frühestens im Sommer 2006 könnte unter günstigen Voraussetzungen mit dem Bau des Millionenvorhabens begonnen werden. Mit der Eröffnung wäre ab 2008 zu rechnen. Badegäste aus Braunschweig und der Region sollen sich dann in einer auf rund 33 000 Quadratmetern geplanten Freizeitlandschaft mit großzügiger Sauna-Anlage und mehreren Becken wohlfühlen. Neben Wasserattraktionen wie einer Riesenrutsche sollen ein 25-Meter-und ein Spezialbecken für das vielfältige Kursangebot der Stadtbad Sport- und Freizeit GmbH gebaut werden. Die Planungen sehen auch einen Außenbereich mit zusätzlichem Schwimmbecken vor.
Offizielle Auskünfte zum Spaßbad gibt es derzeit nicht. Stadtsprecher Jürgen Sperber sagte lediglich: "Die Standortüberlegungen gehen in verschiedene Richtungen." Hermann Roßberg, Mitgesellschafter des Sportzentrums Schützenplatz, bestätigte allerdings den favorisierten Standort. Ferner haben die Gesellschafter als so genannte Erbbaurechtsnehmer des Grundstücks Anfang März ein notariell beurkundetes Kaufangebot unterzeichnet.
Für den Grundstückseigentümer, die Braunschweiger Schützengesellschaft 1545, erklärte deren Präsident Helmut Rumpf: "80 Prozent der Anwesenden einer außerordentlichen Mitgliederversammlung haben sich für den Verkauf des Geländes der Eissporthalle ausgesprochen." Die BSG wolle einem Spaßbad an dieser Stelle nicht im Wege stehen.
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Wolfsburger Allgemeine 16.4.04
Algen im Badeland: Werden Becken saniert?
(seb/bri) Das Badeland steht vor einem riesigen Problem. Die Algen im Schwimmer- und Saunabecken (WAZ berichtete exklusiv) sind mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf einen Materialfehler zurück zu führen. Vermutlich müssen beide Becken grunderneuert werden – auf den Kosten dürfte die Stadt als Eigentümer sitzen bleiben. Zweite Hiobsbotschaft: Die Besucherzahlen sinken teilweise drastisch, das Badeland erwirtschaftet rote Zahlen (siehe Text rechts).
Kein schöner Anblick: Der Boden im Sportbecken und im Sauna-Außenbecken ist teilweise mit grünen Algen überzogen. „Wir gehen davon aus, dass die Algen aus den Fugen kommen”, sagt Badeland-Leiter Olaf Schulz-Lobeck. „Die einzige Möglichkeit wäre in diesem Fall, die Becken komplett neu zu verfugen.”
Klarheit soll ein Test am Sonntagabend bringen: Nach Ende des Badebetriebs wird das Wasser im Saunabecken komplett abgelassen und der Boden mit einem Anti-Algenmittel behandelt. „Sollten die Algen nach zwei Wochen wieder kommen, steht für uns fest, dass die Ursache in den Fugen liegt”, sagt Schulz-Lobeck.
Dann hätte das Badeland ein riesiges Problem: „Es wird schwer, nachzuweisen, dass in der Bauphase Bakterien in die Fugen gelangt sind.” Vermutlich werde der Eigentümer für die Erneuerung aufkommen müssen. Bitter: Der Boden des Sportbeckens wurden erst 2003 saniert – damals waren die Fugen gerissen!
Sorgen um ihre Gesundheit müssten sich Besucher aber nicht machen: „Die Algen sind definitiv ungefährlich, das Schwimmen in den Becken ist bedenkenlos möglich”, betont Olaf Schulz-Lobeck.
Das sehen nicht alle so. Karsten Lucht, Leiter der VfL-Schwimmer, sagt: „Algen, Haare – wenn man da täglich schwimmt, macht man sich Gedanken um seine Gesundheit.”
Hart ins Gericht mit der Badeland-Betreiberfirma GMF geht unterdessen Sportdezernent Dr. Wolfgang Guthardt (kl. Foto): „Solche Diskussionen dürfen nicht anfangen. Jetzt ist es Zeit, mit der GMF ernsthaft Bilanz zu ziehen.” Guthardt schließt Konsequenzen nicht aus: „Wir wollten im Badeland erste Klasse haben. Daran muss sich die GMF messen lassen.”
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Süddeutsche Zeitung 16.4.04
Viel Spaß am Kinderpool und an der Minirutsche
In der Körse-Therme Kirschau treffen sich Jung und Alt
Von Maria Friese, Kl. 8c, Mittelschule Sohland
Die Körse-Therme Kirschau bietet Erholung und Spaß für Groß und Klein. Ein schönes Mehrzweckbecken mit langen Bahnen ermöglicht Sportlern und Schwimmfreunden viel Spaß. Eine sehr schöne Saunalandschaft im FKK-Bereich bringt Erholung und Entspannung. Auch in der Dampfkammer oder unter dem Solarium kann man relaxen.
In der Dampfkammer beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent im Gegensatz zur trockenen Saunaluft. Daher ist sie auch sehr gesund für Asthmatiker. Genau wie das Solebad, es ist bei Rheumaerkrankungen sehr hilfreich. Das Solebad ist als ein besonders wirsksames Heilmittel bekannt.
Auch für die Kleinsten ist etwas mit dabei. Ein kleiner Kinderpool mit Mini-Rutsche und Sprudel. Wenn die Eltern etwas essen möchten, können die Kinder im Pool spielen. Da es genau neben dem Bistro ist, bietet es Sicherheit für Eltern und Kinder.
In der Körse-Therme findet man auch einen Strömungskanal, der bestimmt den Jugendlichen sehr viel Spaß bereitet. Doch auch für diejenigen, die sich ein wenig an der frischen Luft betätigen oder erholen wollen, ist etwas dabei. Ein beheiztes Außenbecken steht ganzjährig zur Verfügung.
Öffnungszeiten Körse-Therme:
Hallenbad-Solebad: Montag-Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag 10 bis 23 Uhr, Sonnabend 10 bis 23 Uhr, Sonntag 10 bis 21 Uhr.
Sauna: Montag-Freitag 12 bis 23 Uhr, Sonnabend 10 bis 23 Uhr, Sonntag 10 bis 21 Uhr.
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Westfälische Rundschau 16.4.04
Drei Mädchen im Freizeitbad sexuell belästigt
Strafanzeige haben die Eltern einer 14-Jährigen gegen ein Mann gestellt, der am Donnerstag im Heveney-Bad mehrere Mädchen belästigt und dabei - im Whirlpool - sexuelle Handlungen an sich vorgenommen haben soll. Es ist dies nicht der erste Fall im Freizeitbad in diesem Jahr.
Wie die Mutter der 14-jährigen Schülerin aus Bochum gegenüber der Redaktion berichtete, habe der Mann ihre Tochter und zwei Freundinnen (13 und 15 Jahre alt) über einen längeren Zeitraum regelrecht verfolgt - bis in die Duschkabinen. Wie ihr die Tochter berichtet hat, soll der Mann die Mädchen auch eingeladen haben, mit in die Sauna zu gehen. Mit eher harmlosen Fragen wie "hast du einen Freund" soll sich der Unbekannte an die Kinder herangemacht haben.
Empört ist die Bochumerin darüber, dass die Bademeisterin auf die Anschuldigungen der Mädchen zunächst kaum reagiert habe. Von der späteren Anzeigeerstatterin zur Rede soll die Aufsicht gesagt haben, der Mann sei Stammgast, nur dem Vornamen nach bekannt. Ihm sei bei Wiederholung sexistischer Handlungen Hausverbot angedroht worden. Dazu die Bochumerin: "Das Badpersonal hätte sofort und unter Einschaltung der Polizei einschreiten müssen." Das habe auch die Kriminalbeam -tin am Freitag während der Anzeigenaufnahme in der Wache Langendreer für richtig gehalten.
Am Abend des Vorfalls kontaktierte die Mutter der 14-Jährigen noch den Schichtmeister des Bades. Dieser habe ein konsequentes Durchgreifen für die Zukunft versprochen.
Vor einigen Wochen erregte ein anderer Fall die Gemüter von Kindern und deren Eltern. Damals hatte sich ein Mann aus einer Umkleidekabine heraus mehreren Mädchen, die sich die Haare fönten, in unsittlicher Weise gezeigt. Ke.
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Der Prignitzer 16.4.04
Immer neue Ideen für die Badewelt
Ergänzung des Leistungsangebotes mit Frauenfitness
Wittenberge Ein brückenartiger Verbindungsgang vom Schwimmhallengebäude zum danebenstehenden Ziegelgebäude wäre vorstellbar.
Dort, wo mal ein griechisches, mal ein chinesisches Restaurant letztlich erfolglos um Gäste warb, könnte die Erfolgsgeschichte der Prignitzer Badewelt weiter geschrieben werden: mit einem ergänzenden Leistungsangebot, eine Frauenfitnessstudio. So jedenfalls schlug es Lutz Lange als Chef der betriebsführenden Bäder GmbH für das städtische Bad am Donnerstagabend dem Werkausschuss des Kultur- Sport und Tourismusbetriebes (KSTW) vor. Das Leistungsangebot ständig zu erweitern, die Synergieeffekte zwischen Spaß, Sport, Spiel, Sauna, Schulsport, Kursen und Veranstaltungen, zu anderen kulturellen, gastronomischen, touristischen Einrichtungen in der Region zu nutzen, ist ohnehin schon das Rezept, mit dem es dem Betriebsführer bisher gelang, die Belastungen für die Stadt trotz steigender Betriebskosten in den vorgegebenen Grenzen zu halten. 40000 Euro machte das im vergangenen Jahr gegenüber 2001 aus.
"Die Preise für Wasser/Abwasser, Wärme und Strom sind in Wittenberge schlechte Standortbedingungen", erklärte Lutz Lange. Und er hat mit anderen Bädern in Röbel und Sonneberg den überregionalen Vergleich. Dafür hat das Wittenberger Bad mit 140000 Besuchern im Jahr allerdings den größten Zulauf. Und dennoch sagt Lange: Es kommt nicht mehr darauf an, die Besucherzahl zu erhöhen, sondern die Verweildauer, denn dann würden auch die verschiedenen Angebote genutzt.
"Ein Bad ist immer ein Zusatzgeschäft", erklärte Lange, "ein Fitnessstudio ist ein Profitbereich, zumal man Einrichtungen nutzen könne, die sowieso schon da sind, wie Kassierung, Umkleide- und Duschräume". Und man hätte die seltene Kopplung von Bad, Sauna und Fitness.
Dr. Oliver Herrmann als Betriebsleiter des KSTW sieht die Idee realisierbar. Es gehe nicht nur ums Sparen, sondern das Saldo sei entscheidend. Wenn eine Investition letztlich den Effekt habe, die städtischen Zuschüsse für das Bad zu mindern, sei sie sinnvoll. Dennoch gebe es noch Klärungsbedarf, speziell über die Form des Zusammenspiels zwischen der städtischen und einer privaten Einrichtung.
Keine Neuigkeiten gibt es dagegen über den Beginn der Reparaturarbeiten im Bad. "Das Gericht hat noch nicht über die Klage entschieden", sagte Dr. Herrmann. "Der Zeitplan kann aber noch eingehalten werden." Ohne Entscheid über die Schuldfrage mit den Bauarbeiten anzufangen, wäre ein Risiko, das zu gegebener Zeit die Abgeordneten abwägen müssten.
Rainer Dyk
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Aachener Zeitung 15.4.04
Neuer Aufguss für den «Saunastreit»
Roetgen/Aachen. Der «Aachener Saunastreit» hat es inzwischen zu bundesweiter Aufmerksamkeit gebracht. Weil es vielerorts ähnliche Probleme gibt - hier die privaten Betreiber, dort kommunale Einrichtungen, die bezuschusst werden -, schaut die Branche interessiert aufs Grenzland.
Wo jüngste Attacken aus Roetgen auf die Aachener Carolus-Thermen den Dauerkonflikt nun wieder ordentlich angeheizt haben.
Stamos Papas, Eigentümer der «Roetgen-Therme», wiederholte am Donnerstag seine Vorwürfe, unterstützt von Helmut Decker, Chef des gleichnamigen Kur- und Saunabades in Kohlscheid. Tenor: Die Carolus-Therme drehe den Privaten durch aggressive Werbung und gezielte Rabattaktionen die Luft ab, von einem fairen Wettbewerb könne keine Rede sein.
Papas: «Die Saunawelt in Aachen ist zu 100 Prozent verstaatlicht» - und dies in einer Zeit, wo der Trend wieder zu mehr Konkurrenz, Marktwirtschaft und privater Initiative gehe.
«Im Grunde keine Chance»
Moniert wurde auch, dass die Verantwortlichen der Carolus-Therme, weit über Aachen hinaus «Leitschiff im Wellnessbereich» (Papas), angeblich Zusagen gebrochen hätten - nämlich die, sich ihre Preisgestaltung und Werbeaktionen nicht vom Steuerzahler subventionieren zu lassen. Decker: «Wir haben im Grunde keine Chance, gegen kommunale Betreiber aufzutreten.»
Die Konfrontation soll aber nicht auf die Spitze getrieben werden, im Gegenteil: Papas regte am Donnerstag eine «Kooperation» zwischen den Privaten und der Carolus-Therme an, um den «Wellness-Markt in der gesamten Region nach vorne zu bringen», denn eins stehe fest: «Wenn man sich bei dem herrschenden Überangebot über den Preis bekriegt, wird das katastrophale Folgen haben.»
Entschieden sinnvoller sei es, zusammenzuarbeiten und gemeinsam für mehr Kundschaft zu sorgen.
«Keine Zusammenarbeit»
Derweil hat sich der in Bielefeld ansässige Deutsche Sauna-Bund, Dachverband für die ganze Branche, als Vermittler angeboten. Geschäftsführer Rolf Andreas Pieper: «Was da passiert, ist ja kein Einzelfall in Deutschland»; solche «Dissonanzen» gebe es in vielen Landstrichen, allerdings «nicht in dieser Heftigkeit» wie im Raum Aachen - das könne an den beteiligten Personen, aber auch an Qualität und Attraktivität der Carolus-Therme liegen.
Grundsätzlich, so Pieper, sei es Städten und Gemeinden unbenommen («da gibt es grundsätzliche Urteile»), Saunabetriebe zu führen - allerdings komme es auf die Art und Weise an. Genau dies gelte es nun im Fall Aachen herauszufinden, um dann gegebenenfalls zu einem «friedlichen Nebeneinander» zu gelangen.
Prompte Reaktion
Kuba-Geschäftsführer Werner Schlösser hat prompt reagiert und nach Bielefeld gemeldet, eine gemeinsame Werbekampagne fürs Saunieren schlechthin könne er sich durchaus vorstellen, alles andere sei aber «Quatsch. Es gibt keine Aachener Wellness-Region, sowas existiert allenfalls in Baden-Württemberg».
Im übrigen, so der Thermen-Chef in Richtung Sauna-Bund, habe er etwas dagegen, «wenn andere in unserem Schatten zum Erfolg segeln wollen».
Derweil appelliert Roetgens Bürgermeister Manfred Eis (SPD) an die Einsichtsfähigkeit der Beteiligten. Er sagt: «Wenn Stadt und Kreis Aachen in der Lage sind, ihre Kräfte zu bündeln und sich an einem hochkomplizierten Zweckverband abarbeiten, dann müsste es doch möglich sein, das auch innerhalb einer einzigen Branche zu schaffen.» Denn nur so könne man im «Kampf der Regionen» bestehen.
Vom Redakteur Alfred Stoffels
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Süddeutsche Zeitung 15.4.04
Grillzange und High-Tech
Tag der offenen Baustelle am Sonnabend in der künftigen Toskana-Therme Bad Schandau
Von Heidi Körner
Im Januar begann mit dem Abriss der Wiederaufbau des Kurmittelhauses, das jetzt den Namen Toskana-Therme trägt. Der neue Betreiber aus Bad Sulza und der Landkreis als Eigentümer werben schon jetzt um Besucher und wollen mit einem Tag der offenen Baustelle neugierig machen.
Der künftige Liquid-Sound-Bereich gleicht einem Bombenkrater. Wo sich die Badegäste einst im großen Therapiebecken entspannten, fehlen Dach und Decke. Zwischen einem Gewirr aus hunderten Bewährungseisen, die aus den Betonfragmenten ragen, hat der Betrachter den Blick über abgebrochene Mauern auf die Kirchturmspitze Bad Schandaus.
Doch die Zeit von Abriss und großen Bohrhämmern ist im einstigen Schrammsteinbad fast Geschichte. Seit Ende Februar steht der Wiederaufbau im Vordergrund. An manchen Tagen arbeiten an die 50 Handwerker und Bauleute gleichzeitig, sagt Thomas Vetter, der als Geschäftsführer der Bauentwurf Pirna GmbH vor vier Jahren den Bau des Bades managte und jetzt auch den Wiederaufbau betreut. Die meisten Aufträge gingen auch wieder an die Firmen, die einst das Bad auf die grüne Wiese setzten. „Wir haben die Auftrags-Lose extra so gestaltet, dass hiesige Firmen auch eine Chance im Wettbewerb haben“, erklärt Ralf Thiele. Der Geschäftsführer der kreiseigenen Kurort-Entwicklungsgesellschaft schwärmt regelrecht von dem, was hier wächst.
Muss er wohl auch. Der Landkreis ist Eigentümer des Objektes und trägt kein geringes Risiko. Immerhin wurden schon einmal zehn Millionen Euro Fördergelder verbaut. Jetzt fließen nochmal rund acht Millionen aus öffentlicher Hand in den Wellness-Tempel. „Damit haben wir auch eine Verantwortung für die Firmen der Region“, sagt Thiele. Die Fördermittel sind seiner Meinung nach vor allem auch Wirtschaftsförderung für die Region. Immerhin gebe es reichlich Arbeit bis September. Der Wiederaufbau hat einen Umfang von rund elf Millionen Euro.
Was nun alles wieder oder neu erbaut wird, das können sich Interessierte am Sonnabend ansehen. Die Bauarbeiter lassen sich über die Schulter schauen. Klaus Dieter Böhm, der neue Betreiber, stellt sein Konzept vor. Er lädt die Besucher zu einem Gespräch bei einem Glas thüringischem Wein ein. Und Micky Remann stellt das von ihm entwickelte Liquid-Sound-System vor. Mit Computeranimation gibt er den Besuchern schon einmal einen Vorgeschmack auf die Wirkung der Kombination aus Klang, Farbe und Licht. Nicht zuletzt lassen es sich Ralf Thiele und Landrat Michael Geisler (CDU) nicht nehmen, selbst am Grill zu stehen und für das leibliche Wohl der Gäste zu sorgen. Unterhaltung, ein Gewinnspiel und vieles mehr sollen möglichst viele Besucher auf die Baustelle locken. Dann haben alle Beteiligten einen heißen Sommer vor sich. Bis September soll der Aufbau abgeschlossen sein. Dann folgt der Probebetrieb. Die Eröffnung ist für Oktober geplant.
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Vilshofener Anzeiger 14.4.04
Saunalandschaft mit Duftgrotte und Sanarium
Markt Eging erweitert Sonnen-Therme - Letzter Bauabschnitt hat begonnen - 4,5 Millionen Euro Gesamtkosten
Helene Baumgartl Eging a.See. Das Kurbad bekommt Zuwachs: Für über 800 000 Euro erweitert der Markt Eging derzeit seine Sonnen-Therme und schafft einen Anbau mit einer großen Saunalandschaft, zwei Ruheräumen und einem Aufenthaltsraum für die Badegäste. In drei Abschnitte gegliedert sind die Arbeiten, die seit dem Jahr 2002 etappenweise das Kurbad noch attraktiver und zum „Wohlfühlbad für die ganze Familie“ machen sollen. Nun sind die Bagger angerollt, um bis September das insgesamt 4,5 Millionen Euro teuere Erweiterungs-Vorhaben mit dem dritten Bauabschnitt zu vollenden.Blick von der Therme auf den Eginger See Derzeit errichten die Arbeiter die Fundamente für einen Anbau an der Nordseite der Sonnen-Therme. Das Gebäude soll künftig auf Ebene der Badebecken auf einer Gesamtfläche von 400 Quadratmetern zwei Ruheräume beherbergen, in denen den Badegästen über 100 Liegen zur Verfügung stehen und sich ein beschaulicher Ausblick auf den Eginger See bietet. Wer sich weder in die Horizontale noch ins belebende Nass begeben möchte, der kann bald auf gleicher Ebene einen zusätzlichen Aufenthaltsraum mit Stühlen und Tischen sowie einer Spielecke für die jüngsten Besucher aufsuchen. Heiß her geht es ab September im Untergeschoss des Anbaus: Dort entsteht eine 500 Quadratmeter große Saunalandschaft mit vier verschiedenen Saunen. Wem die Temperaturen der dortigen „konventionellen“ finnischen Sauna (90 bis 100 Grad Celsius) nicht reichen, kann künftig die Granithaus-Sauna besuchen. In dem mit Granit verkleideten freistehenden Bau zeigt das Thermometer an die 100 Grad an. Bedeutend kühler, dafür aber feuchter geht es künftig im so genannten Sanarium zu, einer Dampfgrotte mit rund 60 Grad Lufttemperatur. Weniger die Hitze als wohlriechende Düfte prägen die vierte Einrichtung der neuen Saunalandschaft: Die „Blütengrotte“ wird die Besucher bei Temperaturen um die 40 Grad weniger zum Schwitzen als zum Schnuppern bringen.Bad als Draufgabefür Saunagäste Der Bereich, in dem die jetzige Sauna untergebracht ist, wird künftig zur Erweiterung der im Kurbad angesiedelten Krankengymnastik- und Wellness-Praxis genutzt. Die neue Saunalandschaft wird durch einen eigenen Eingang erreichbar sein. Neben den eigentlichen Saunaräumen stehen dort natürlich sämtliche Abkühlungsmöglichkeiten und ein Ruheraum zur Verfügung. Im Gegensatz zur derzeitigen Praxis können künftig die Saunabesucher automatisch auch alle Wasserbecken des Kurbades mitbenützen. Derzeit müssen sich die Besucher noch an der Kasse entscheiden, ob sie das Bad, die Sauna oder beides nutzen wollen. Ab September stehen nur noch die Alternativen „Bad“ oder „Sauna plus Bad“ zur Auswahl. Eine Änderung wird es angesichts des größeren Angebots und der nach wie vor unbeschränkten Badedauer wohl bei den Eintrittspreisen geben. Gotthard Hierbeck, Geschäftsleiter des Marktes Eging, rechnet jedoch nur mit einer „geringfügigen Anhebung“ der Preise. Jährlich über800 000 Besucher Seit 2002 modernisiert der staatlich anerkannte Luftkurort seine Sonnen-Therme, die jährlich zwischen 800 000 und 900 000 Gäste besuchen. Zunächst wurde in einem ersten Bauabschnitt der Sanitärbereich erneuert und die Umkleiden sowie der Eingangsbereich vergrößert. Außerdem entstand in Verlängerung der Umkleideräume der lichtdurchflutete verglaste „Sonnengang“ als erweiterter Liegebereich. Die kleinen Besucher haben seither ein attraktives Kinderbecken mit einem eigenen Spielbereich zur Verfügung. Im zweiten Bauabschnitt folgte dann der Anbau eines Granitfelsenbades neben dem bestehenden Gebäude. Massagedüsen und ein Bodensprudler in der Mitte des Beckens erfrischen dort die Badegäste. Im Sommer lässt sich das Granitbad sogar seitlich öffnen, so dass die Gäste ihr Bad an der frischen Luft genießen können. Außerdem wurde der gesamte Innenbereich der Sonnen-Therme farblich neu gestaltet und entstand ein Whirlpool.
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Süddeutsche Zeitung Online 13.4.04
In Dresden öffnet das erste türkische Bad
Dresden. Ab nächste Woche ist in Dresden Entspannung auch auf türkische Art zu erleben - das erste Hamam „Zum kleinen Muck“ öffnet auf der Industriestraße 63 in Pieschen. „Wellness für Jedermann“ zu erschwinglichen Preisen ist das Motto des Bades, erzählt Ingo Friedemann, einer der Inhaber. Ein Durchgang von anderthalb bis zwei Stunden umfasst das Vorschwitzen im Hamam-Raum bei 40 bis 50 Grad Celsius und fast 100 Prozent Luftfeuchte, Ganzkörperpeeling und Seifenschaummassage. Anschließend kann der Besucher im Ruheraum bei angenehmer Musik die Seele baumeln lassen, Tee aus dem Samowar genießen und Obst naschen. Wegen der Massagen sollte man sich unbedingt telefonisch anmelden. Auch für Rollstuhlfahrer ist das Bad ausgerüstet. Dampf- und Trockensauna sind ebenfalls vorhanden. Am 17. und 18. April wird zum Wochenende der offenen Tür zu einem Rundgang eingeladen, jeweils 9 bis 18 Uhr. (bs)
Geöffnet: Mo.-Fr. 12-22 Uhr, Sa./So. 10 -22 Uhr; Preise: Hamam mit Peeling und Massage 19,00 Euro; Sauna 6,50 Euro; 0351/84 722 622 (Vorbestellung erbeten)
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Süddeutsche Zeitung 6.4.04
Tag der offenen Tür im Schrammsteinbad
Bad Schandau. Am 17. April wird es im Bad Schandauer Schrammsteinbad einen Tag der offenen Baustelle geben. Das teilt Landrat Michael Geisler (CDU) mit. Die von der Flut zerstörte Freizeiteinrichtung wird wieder aufgebaut. Bisher wurden von der kreiseigenen Kurortentwicklungsgesellschaft 25 Aufträge in einem Wert von rund 6,3 Millionen Euro vergeben. Derzeit wird der Einbau des Liquid-Sound-Bereichs vorbereitet. Die Installation von Lüftungs-, Heizungs- und Sanitäranlagen läuft auf Hochtouren. Das neue Bad soll Toskana-Therme heißen und im Oktober 2004 öffnen. (SZ/phi)
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Allgemeine Zeitung Mainz 4.4.04
Das Taubertsbergbad eröffnet in Raten
Spaßbad später fertig/Sporthalle je nach Wetter in Betrieb
Die Sommersaison im Taubertsbergbad beginnt am dritten Mai-Wochenende, wenn das Freibad öffnet. Nach AZ-Informationen müssen Badegäste, die sich auf den neu entstehenden Wellness-Bereich freuen, wohl etwas länger warten: Das Freizeitbad ist im zweiten Quartal noch nicht fertig. Und auch das Sportbad soll zunächst nur bei kühler Witterung zur Verfügung stehen.
Von Monika Paul
Blaue Röhren in imposanter Größe sind derzeit auf der grünen Wiese vor dem neu erbauten Taubertsberg-Sportbad zu bestaunen. Die beiden Rutschen sollen demnächst kleinen und großen Schwimmbadgästen im gerade entstehenden Freizeitbad Spaß bringen: Die so genannte "Familienrutsche" ist 100 Meter lang, die "Turborutsche" misst 60 Meter. Die Starthöhe ist bei beiden Rutschen gleich. Wer die 65 Stufen zum Startpodest im Freizeitbad hoch geklettert ist, so der Entwurf der Architekten, kommt durch die Röhren nach einer rasanten Fahrt über immerhin 11 Meter Höhendifferenz im Landebecken an.
Ausprobiert werden kann der Rutsch-Spaß wohl aber noch nicht ab dem Wochenende vom 14. bis 16.Mai, wenn die Freibadesaison am Taubertsberg startet. Das weitgehend sanierte Freibad war schon 2003 in Betrieb gegangen und hatte bei der Premiere mit 100000 Badegästen sogleich einen Besucheransturm verbucht.
In dieser Woche nun will der Stuttgarter Bad-Betreiber Uwe Deyle sein Marketingkonzept für das gesamte Taubertsberg-Areal vorstellen. Dann wird auch bekannt gegeben, wann welche Angebote der beiden neu erbauten Schwimmhallen zur Verfügung stehen. Zur 19 Millionen Euro teuren Badelandschaft gehören ein Sportbad mit einem achtbahnigen 25-Meter-Becken, Nicht-schwimmerbecken und einer Sprunganlage sowie das höher gelegene Freizeitbad mit Wellness-Bereich. Dort sollen ein 1,35-Meter tiefes und 30 Grad warmes Freizeitbecken mit Massagedüsen und Strömungskanal, ein ganzjährig einsetzbares Außenbecken, ein Kleinkinderbecken, zwei lange Rutschen, eine Sauna- und Wellness-Landschaft auf zwei Ebenen und Gastronomie zusätzliche Badegäste anlocken.
Nach AZ-Informationen gilt inzwischen als sicher, dass das Freizeitbad später als geplant fertig gestellt wird. Zudem sei es unwirtschaftlich, so heißt es, das Spaßbad einschließlich Saunalandschaft ausgerechnet im Frühsommer zu eröffnen.
Auch das Sportbad soll, so die Überlegungen, ab Mitte Mai vorerst nur dann zugänglich sein, wenn die Witterung zu kühl zum Schwimmen im Freien ist. Die alternierende Öffnung hat allerdings auch personelle Gründe: In einer Übergangszeit, bis die Belegschaft aufgestockt ist, wird das Aufsichtspersonal sowohl für das Frei- als auch für das Sportbad zuständig sein.
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Hannoversche Allgemeine 2.4.04
Acht Büros planen -Wettbewerb für Strandbad
Der Architektenwettbewerb für das Maschsee-Strandbad beginnt in wenigen Tagen. Statt der ursprünglich vorgesehenen fünf Teilnehmer werden jetzt doch acht Architekturbüros aufgefordert, Entwürfe für Modernisierung und Umbau des denkmalgeschützten Ensembles abzugeben. Nach Informationen der HAZ sind auch hannoversche Büros dabei.
Nachdem der Rat am 25. März den Beschluss gefällt hat, den Betrieb der historischen Badeanlage und die Umgestaltung zum Wellness- und Fitness-Zentrum an einen privaten Investor zu vergeben, liegt jetzt der Erbpachtvertrag zur Unterschrift bereit. Sofort nach Unterzeichnung gehen die Unterlagen an die Architekturbüros raus. Der Investor, die Wertgrund Berlin GmbH, will keine Zeit verlieren. 11,5 Millionen Euro investiert er, bereits im Herbst 2005 soll der so genannte Wellness-Club mit osmanischem Dampfbad, Saunawelt und Fitnessräumen öffnen. Med
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Rhein Main Presse 1.4.04
Chance für Frauensauna
Probezeit verlängert: Im Thermalbad bleibt Montag bis 1. Juli "männerfrei"
WIESBADEN Die gute Nachricht vorweg: Der Frauentag in Saunabereich des Thermalbades Aukammtal wird probeweise bis 1. Juli bestehen bleiben und nicht zum 1. Mai verkürzt. Jetzt liegt es an den Nutzerinnen selbst, dass der Montag auch künftig komplett "männerfrei" bleibt.
Von Kurier-Redakteurin Birgit Emnet
Es hatte ziemlich Aufregung gegeben, als bekannt wurde, dass aufgrund des zu geringen Besuchs der Montag als Frauensaunatag im neuen Thermalbad vom 1. Mai an auf 9 bis 15 Uhr eingeschränkt werden sollte. Die Nutzerinnen waren verärgert und enttäuscht, eine Reihe von Anrufen auch solidarischer Ehemänner beim Kurier brachte Unverständnis über die Entscheidung zutage und auch die Kommunale Frauenbeauftragte Brigitta Trutzel sagt, dass sie "von vielen Seiten angesprochen" worden sei, "etwas zu tun". Der Appell, wenigstens die Probephase des Frauensaunatages zu verlängern und nicht nach drei Monaten bereits den Versuch als gescheitert zu erklären, stößt indessen bei Kurbetriebsleiter Henning Wossidlo auf durchaus offene Ohren. "Ich bin zwar verpflichtet, ein kostendeckendes Bad zu führen", so Wossidlo zum Kurier. Und es handele sich nunmal um den bisher besuchsschwächsten Tag. Er möchte sich aber Gegenargumenten nicht verschließen, die Probezeit wenigstens auf ein halbes Jahr zu verlängern.
Es gibt also eine weitere "Gnadenfrist" für den Frauensaunatag und Wossidlo würde sich wünschen, dass "ein Gegentrend" eintrete und mehr Frauen vor allem den Besuch in den Abendstunden pflegten: "Nach 17 Uhr bricht es geradezu weg."
Seiner Kalkulation nach würde es sich bereits lohnen, wenn 35 bis 50 Besucherinnen zusätzlich kämen. Er wolle die Entwicklung nun für weitere drei Monate beobachten.
Nachdem die Pläne für die Verkürzung des Frauenbadetags durchgesickert waren und der Kurier berichtete, war es Gesprächsthema Nummer eins unter den Montags-Stammgästen. Nur wenigen Besucherinnen war es egal, ob gemischt oder nur unter Frauen gesaunt, gebadet und geruht wird. Viele wollten überhaupt nicht mehr kommen, andere warben für den Montags-Frauentag im Bad Kreuznacher Bäderhaus, andere wollten Unterschriften sammeln und sich an die Frauenbeauftragte beziehungsweise die Frauenpolitikerinnen der Fraktionen wenden. Es sei nicht in Ordnung, hieß es immer wieder, dass sie beim Kauf der Zehn-plus-vier-Karte davon ausgehen mussten, am Frauentag saunieren zu können und dieser nun vor Verbrauch der Eintritte beschnitten werden solle.
Frauenbeauftragte Trutzel erinnert vor allem an die berufstätigen Frauen, die bei der verkürzten Zeit das Angebot überhaupt nicht wahrnehmen könnten: "Berufstätige würden ausgeschlossen", so Trutzel, die weiß, dass "es Frauen nicht egal ist, unter welchen Umständen sie die Sauna besuchen". Sie meint auch, dass "eine Stadt wie Wiesbaden es sich leisten können muss, einen Frauentag im Thermalbad anzubieten". Das würde auch die Kaiser-Friedrich-Therme mit ihrem Dienstags-Frauentag nicht ausgleichen, die ein ganz anderes Ambiente biete.
Da die CDU-Politikerin auch Verständnis für den Kurbetriebsleiter und seine betriebswirtschaftlichen Zwänge hat, plädiert sie für einen "Kompromiss": Falls es auch nach der Probezeit sich zahlenmäßig nicht lohne, würde sie für den Nachmittag ab 15 Uhr als Frauensaunatag plädieren, der berufstätigen Frauen wegen. Die anderen könnten es sich leichter aussuchen. Oder ein anderer Wochentag könnte ausprobiert werden: "Der Montag ist generell nicht so günstig, warum nicht Mittwoch?"
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